Eddie Vedder - Music For The Motion Picture Into The Wild

Review


Stil (Spielzeit): (Akustik-)Rock (33:10)
Label/Vertrieb (VÖ): Monkey Wrench/Sony BMG (16.11.2007)
Bewertung: 9,5/10

Link: http://www.pearljam.com
http://www.intothewild.com

“Into The Wild”, der neue Film von Regisseur und Schauspieler Sean Penn, lief am 31.01.08 in den deutschen Kinos an. Bereits im September wurde der Soundtrack zum Film in den USA veröffentlicht und ist nun auch hierzulande erhältlich. Auf persönlichen Wunsch von Sean Penn hat sich EDDIE VEDDER, seines Zeichens Sänger von PEARL JAM, mit dem Soundtrack befasst, welcher in Verbindung mit dem Film wohl eine noch größere Wirkung entfalten wird, als es die auf der CD enthaltenen Stücke eh schon tun. Man merkt bereits nach einmaligem Hören, dass der PEARL JAM-Fronter verdammt viel Herzblut in sein erstes, im Alleingang fertiggestelltes Werk gesteckt hat.

Der Soundtrack, den Eddie Vedder bis auf zwei Ausnahmen komplett alleine komponiert und eingespielt hat, zieht sämtliche Referenzen in Sachen anspruchsvoller und harmonischer Rockmusik und weiß durch und durch zu begeistern. Ob es der kurze, sehr eingängige Opener „Setting Forth“ (was für ein Chorus!), das schöne „Rise“, das wunderbar gesungene und leicht melancholische „Long Nights“, „The Wolf“ oder „Toulumne“ (zwei kurze Instrumentals; ersteres mit dunklen Keyboards unterlegt, letzteres filigran gespielt) oder der sanfte Ohrwurm „Society“ (der von Jerry Hannan geschrieben wurde) ist – jeder der elf Songs ist auf allerhöchstem Niveau angesiedelt. Den absoluten Höhepunkt markiert aber das mit einer Spielzeit von über fünf Minuten längste und von Gordon Peterson geschriebene Stück „Hard Sun“, das unglaublich leichtfüßig, eingängig und einfach nur wunderschön daher kommt und eine unglaublich faszinierende Stimmung herbeiführt.
Nach solch melodischem und perfekt dargebotenen, mit vielen Akustikgitarren versehenen Rock musste man lange suchen, und das Warten hat sich gelohnt. Vergleichen könnte man die Songs höchstens mit ruhigeren und balladesken PEARL JAM-Songs, aber die Stimmung ist vor allem in Verbindung mit den tollen Landschaftsaufnahmen im Booklet völlig einzigartig.
Erwähnenswert ist noch, dass Vedder eine beeindruckende Gesangsleistung abliefert und die erdige Produktion die Eindrücke, die einem „Into The Wild“ beschert, nur noch intensiver macht.

Der einzige Kritikpunkt, den man anführen könnte, wäre die kurze Spielzeit von 33 Minuten, von denen auch noch knapp zwei Minuten abgezogen werden müssen (da mitten in „Guaranteed“, für das Vedder übrigens einen Golden Globe einheimsen konnte, erst mal ein wenig Leerlauf ist, bevor es weitergeht). Aber gerade durch diese Komprimiertheit erscheint das Album so erfrischend kurz, knackig und kraftvoll und erzwingt fast augenblicklich den Druck auf die „Repeat“-Tase.

„Into The Wild“ ist nichts weniger als das beste Stück (Akustik-)Rock mit intelligenten Texten, das man seit langer Zeit hören kann!