Sister Sin - Switchblade Serenades




Stil (Spielzeit): Heavy Rock (44:28)

Label/Vertrieb (VÖ): Metal Heaven / Soulfood Music (26.09.08)

Bewertung: 8/10

Link: http://www.sistersin.com 
http://www.myspace.com/sistersin

SISTER SIN kommen aus Göteborg, und gründeten sich im Jahr 2002. Mit ihrer Musik, die sie selbst als „Street Metal“ bezeichnen, machten sie das erste Mal ein Jahr später von sich Reden, als ein kleines griechisches Label ihr Debüt „Dance Of The Wicked“ veröffentlichte, dass zu Recht gute Resonanzen seitens der Presse einfuhr. 
Der Sound klang frisch und dreckig zugleich, teilweise fast punkig und kompromisslos, was ihren eigenen Lebensstil, wie sie selber verlauten ließen, 100% widerspiegelte. 
2005 folgte eine reine Online-Veröffentlichung, die ebenfalls für ihre Größenordnung sehr erfolgreich war, und Sängerin Liv, Gitarrist Jimmy, Drummer Dave und Basser Chris auf Touren von CRADLE OF FILTH, DORO und auch W.A.S.P. hievte. 

Mit „Switchblade Serenades“ erscheint jetzt das erste Album für ein großes Label, und die vier Schweden bleiben darauf ihrem eingeschlagenen Weg treu, und rocken ohne Rücksicht auf Verluste drauf los. Die Stimme von Liv erinnert mich dabei häufig an die von Nina C. Alice von SKEW SISKIN, und passt absolut perfekt zum rohen Sound der Band. 
Eine große Bandbreite weisen die Songs zwar nicht auf, denn sie sind fast durchgängig nach dem selben Strickmuster gestrickt, aber sie machen trotzdem ohne Ende Spaß, und sind vor allem auch 100%ig partytauglich, da sich die Refrains wunderschön mitgrölen lassen, was SISTER SIN bereits beim Opener „Beat The Streets“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. 
Diesen Vollgas-Stil führt den Hörer durch das komplette Album, und balladeske Töne würden den Gesamteindruck nur verfälschen, weil sie einfach nicht zu dieser Band passen würden. 
Der Sound, der von Tobias Lindell in den Bohus Studios „verbrochen“ wurde, ist fett und jederzeit ausgewogen, und gibt den Songs noch einmal zusätzlich Dynamik. 

Auch wenn SISTER SIN von ihrem Stil nicht großartig abweichen, kann ich aber auch nicht sagen, dass sich die Songs ähneln würden, was eigentlich für das Geschick beim Songwriting spricht, denn musikalische Wiederholungen sucht man im Gegensatz zu den Stilistischen auf „Switchblade Serenades“ vergebens. 
Anspieltips sind für mich das sehr MOTÖRHEAD-lastige „One Out Of Ten“, der absolut dreckig klingende Rocker „Hostile-Violent“, der mit fast sechs Minuten längste Track der Scheibe „Eye To Eye“, und der Ohrwurm „On Parole“, bei dem man förmlich gezwungen wird, die Pommes Gabel gen Himmel zu strecken. Oder um Sängerin Liv zu zitieren: „Just Bang Your Head and Be Happy.“ 

Fazit: Mit ihrer Mischung aus MOTÖRHEAD, denen sie auch mit der Coverversion von „Make My Day“ ihren Respekt zollen, SKEW SISKIN und den frühen MÖTLEY CRÜE, der sie noch jede Menge ihrer eigenen Zutaten beimischen, haben SISTER SIN ein richtig gutes, dreckig klingendes Rock’ Roll Album abgeliefert, das mich von Durchlauf zu Durchlauf besser gefällt. Rein hören lohnt sich.