Brutus - Behind The Mountains

Brutus - Behind The Mountains
BRUTUS sind skandinavische Retro-Bartträger, davon gibt’s in letzter Zeit ja recht viele. „Behind The Mountains“ ist ihr zweites Album, und es sieht sehr hübsch aus: Das bunte, psychedelische Cover, in dem auch die Band selbst verewigt wurde, passt super zu dem LED ZEPPELIN-inspirierten Sound, der drauf ist. Auch die Bandfotos sprechen eine deutliche Sprache, auf alt getrimmt sehen sie aus, als hätte Onkel Oswald sein altes Album vom Dachboden geholt.

Doch zur Musik: LED ZEPPELIN erwähnte ich bereits, und das reicht auch schon fast, um BRUTUS gerecht zu werden. Eine gute Prise BLACK SABBATH ist sicher auch hier und dort dabei („Mystery Machine“), und manchmal hört man auch ein bisschen JIMI HENDRIX raus, wie in „Crystal Parrot“.

Na gut, inspirieren lässt sich jeder Musiker und BRUTUS haben dank GRAVEYARD ja sogar zwei Generationen von Bands, an denen sie sich orientieren können – von letzteren heben sie sich übrigens durchaus ab, was am etwas tieferen, irgendwie nöligen Gesang liegt und an den teils etwas sperrigen Songaufbauten.

Alles in allem also eine gefällige Geschichte, aber unterm Strich dann doch nicht so toll. Denn manche Songs rocken zwar und machen Spaß, viele der Riffs wollen aber nicht so recht im Ohr bleiben oder kommen einem einfach zu bekannt vor. So hört man zwar ein ganz gutes Album, wird aber dabei das Gefühl nicht los, mit B-Ware abgespeist zu werden – schließlich kennt auch der Rezipient die großen Vorbilder, und die sind nicht nur ein bisschen, sondern um Längen besser als BRUTUS.