Three (3) - Wake Pig


Review

Stil (Spielzeit): Progressive Rock (57:33)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Blade (13.01.06)
Bewertung: Sauber Jungs! (7,5/10)
Link: http://theband3.com
http://myspace.com/3

3 werden als aufstrebende Band gehandelt, die besonders COHEED AND CAMBRIA-Fans Entzücken ins Gesicht zaubern soll - ihr Metal Blade-Debüt „Wake Pig" vermag dies durchaus. Und wenn es auch viele Parallelen zu den Prog/Emo-Weirdos gibt, das vorliegende Album ist keinesfalls als Plagiat zu bezeichnen.

Mitte der 90er gegründet, folgte im Jahr 2000 der erste Plattenvertrag bei Planet Noise Records und das Debüt „Paint By Number". 2003 erschien dessen Nachfolger „Summer Camp Nightmare", welcher den NY-Kumpels COHEED AND CAMBRIA in die Finger geriet, die 3 kurzerhand mit auf Tour nahmen. „Wake Pig" ist nun der Re-Release des gleichnamigen, ebenfalls auf Planet Noise erschienenen Albums, erweitert durch zwei neue Songs und mit neuem Artwork.

3 vereinen auf ihrem neuesten Werk alles, was ein vielschichtiges Prog-Rock-Album ausmacht - und hier liegt der Unterschied zu COHEED, denn „Wake Pig" ist im verspielten Prog-Rock mit starken 60er und 70er-Anleihen zu Hause und viel weniger im Emo-Lager. Zwar klingt Sänger Joey Eppard mit seiner hohen, leicht androgynen Stimme Claudio Sanchez verblüffend ähnlich, und auch so manches Gitarrenlick sowie die Melodieführung scheint von den Space-Textern abgeschaut (z.B. „"Wake Pig" oder „Dogs Of War") - 3 gehen jedoch weniger komplex an die ganze Sache heran, ihr Sound klingt luftiger. Auch die Instrumente stehen für sich genommen jeweils stärker im Fordergrund, beispielsweise hat die Rhythmusfraktion einen gesonderten Auftritt bei „Amaze Disgrace" und „Where's Max", die überaus oft eingesetzte akustische Gitarre soliert gekonnt bei „Bramfutura". Auch Dynamik wird auf „Wake Pig" groß geschrieben, die Melodien beißen sich im Hirn fest und Fans von starken Gitarrenriffs kommen auch auf ihre Kosten.

Wer COHEED AND CAMBRIA liebt, SPOCK'S BEARD nicht abgeneigt ist und die teils folkloreske Gitarrenarbeit von ILL NINO mag (an diese erinnert mich das Spiel von Gitarrero Billy Riker immer wieder), der wird mit 3 kaum etwas falsch machen können. Spacig, proggig und mit echten Durchstarter-Songs versehen, lässt „Wake Pig" außer etwas Eigenständigkeit kaum etwas missen.