Alice In Chains - Black Gives Way To Blue Tipp



Stil (Spielzeit): Grunge/Hard Rock (54:10)
Label/Vertrieb (VÖ): Virgin/EMI (25.09.09)
Bewertung: 9,5/10

Link(s): http://www.aliceinchains.com

Yes, they're back! Nach dem Tod von Layne Staley und damit einem Rückschlag, den ALICE IN CHAINS nicht zu überwinden schienen, stand 2005 plötzlich ein gewisser William DuVall auf dem Plan, und langsam, aber sicher kristallisierte sich das Comeback einer Band heraus, die sich mit ihrem neuen Sänger dazu entschloss, unter dem alten Namen weiterzumachen. 14 Jahre ist es her, dass das letzte, selbstbetitelte Album erschien. Nun lässt "Black Gives Way To Blue" endlich erahnen, wozu diese großartige Band nach wie vor fähig ist.

Den Posten eines Sängers neu zu besetzen ist äußerst pikant. DuVall sollte deshalb auch keinesfalls als bloßer Ersatz angesehen werden. Gleichwohl klingt der Sänger Staley sehr ähnlich, verfügt aber auch über eine klar herauszuhörende eigene Note, wie vor allem "Last Of My Kind" deutlich macht. Einen perfekteren Mann für die Position hinter dem Mikrofon hätten Jerry Cantrell, Mike Inez und Sean Kinney nicht finden können. Die Musik auf "Black Gives Way To Blue" indes ist genau das, was man sich erhofft und erträumt hat: Die Fortführung des erfolgreichen ALICE IN CHAINS-Konzepts mit schweren Gitarren (Cantrell ist wahrlich einzigartig), tiefen Bässen, zweistimmigen Gesängen und hypnotischen Melodien. "All Secrets Known" macht mit seinen klasse Riffs und den Textzeilen "Hope, a new beginning / Time, time to start living" deutlich, dass sich ALICE IN CHAINS bärenstark zurückmelden. Was für eine hypnotische, geile Nummer! Der Ohrwurm "Check My Brain" wird von tollen Gitarren eingeleitet und bietet einfach alles, was man in den letzten 14 Jahren versmisst hat, weitere Höhepunkte sind das siebenminütige "A Looking In View" mit seinem wahnsinnig guten Refrain, "Lesson Learned" und das wabernde, anfangs zähe, dann flottere "Acid Bubble". Aber was wären ALICE IN CHAINS ohne Balladen? Sicher, "Your Decision" und "When The Sun Rose Again" haben vielleicht nicht ganz das Format eines "Down In A Hole", einen so genialen Song schreibt aber auch eine Ausnahmeband wie ALICE IN CHAINS nicht alle Tage. Die beiden genannten "Black Gives Way To Blue"-Tracks sind ohne Wenn und Aber zwei sehr schöne und ruhige Stücke, die eine willkommene Ruhepause zwischen all der geballten Kraft darstellen. Und dann wäre da noch der Titeltrack, eine Hommage an Layne Staley, besinnlich, zurückhaltend und emotional.

Nick Raskulinecz hat dem Album einen verdammt satten Sound verpasst, Elton John (!) spielt beim Titelsong das Piano. "Black Gives Way To Blue" ist eine Offenbarung für sämtliche ALICE IN CHAINS-Jünger, die unendlich froh darüber sein müssen, einen so talentierten und tollen Sänger wie DuVall vorgesetzt zu bekommen. So und nicht anders muss ein perfektes Comeback aussehen. Grandios!