Geschrieben von Sonntag, 26 April 2026 19:24

Keep Your Dream Alive: Ein Besuch auf dem Epic Fest

Wer den Alltag hinter sich lassen und die Fantasie feiern möchte, ist beim Epic Fest richtig. Wer den Alltag hinter sich lassen und die Fantasie feiern möchte, ist beim Epic Fest richtig. Fotos: Anne

Wem schon Entsetzen in den Augen steht, wenn eine Band über das Instrument Keyboard verfügt, sollte Roskilde im April großräumig umfahren. Für andere öffnet sich hier ein Portal in eine bessere Welt: das „Epic Fest“.

Verrückte aus Argentinien, Australien oder Indonesien pilgern mittlerweile jeden April in die eigentlich für ein Mainstreamfestival bekannte Kleinstadt westlich von Kopenhagen, um mindestens zwei Tage und zwei Nächte lang dem zuckerwattigen Nischeneskapismus zu frönen. Alles begann 2023 mit „Chapter I – Dawn of the Dragon Age“, dieses Jahr trägt den Titel „Chapter IV – Tales of Might and Magic“. Epic Fest ist nicht das einzige Festival weltweit mit einem Schwerpunkt auf melodischem Metal – aber vielleicht das mit der authentischsten Wohlfühlfreakigkeit.

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Dinos And Dragons

„Welcome all – wizards, unicorns, humans, orcs, elves, dragons and dwarves“ – So ist es in der Animation zu lesen, die bei der Bändchenausgabe auf einem Bildschirm abgespielt wird. Sehr schön, hier wird man offenbar direkt ernstgenommen. Ein erhebenderes Gefühl als auf einem Hotelfernseher mit Namen begrüßt zu werden! Die Ansprache ist mehr als nette Symbolik – tatsächlich bevölkern all die genannten Geschöpfe die Festival-Hotspots. Besonders Elbenohren sieht man überall – es fällt fast schon auf, wenn man keine hat. Aber die Community beschränkt sich keineswegs auf typische Fantasy-Charaktere. Neben der feierfreudigen Wikingerschar, die man jeden Abend in der Kneipe trifft, versperrt einem auch mal ein riesiger Dino die Sicht oder ein Harlekin gönnt sich eine Crowdsurfrunde. Aufblasbare Schwerter und Einhörner im Publikum? Standard. Es liegt nicht am Schlafmangel, wenn man beim Warten auf eine kleine, fröhliche Symphonic-Metal-Band Corpsepaint im Publikum sichtet. Zwei von oben bis unten in Lidl-Merch gekleidete finnische Dudes kennt man hier offenbar schon vom letzten Mal – business as usual. Was hingegen noch Aufsehen erregen kann, ist der Typ, der sich random zwei Pömpel an die Glatze gesaugt hat.

Alles Nerds. Von Herzen wahre Nerds.

Søren Weiss, Veranstalter

Evil Needs Candy Too

Kein Wunder, dass die Garderobenwahl beim Publikum exzentrischer ausfällt, wenn die auftretenden Bands ein gewisses Augenzwinkern quasi per Corporate Identity integriert haben. Bei TWILIGHT FORCE wird die magische Kartoffel gepriesen, bei TRICK OR TREAT fliegen aufblasbare Augen und ein überdimensionaler Lolli durch den Raum, ANGUS MCSIX ist per se schon eine Parodie auf alles, inklusive sich selbst. Wer also Gimmickbands und thematische Dresscodes für den Untergang des Abendlandes hält, ist hier definitiv fehl am Platz.

Das Besondere an Powermetal: Es ist einfach ein erwachsen gewordener Kindheitstraum.

Timo Fritsch, Besucher (und Sänger bei PENGS QUEST)

Kitsch as Kitsch can: Crowdsurfen auf ’nem Lollipop.

Das Lineup besteht allerdings bei weitem nicht nur aus glitzernden Kriegerhelden und Hobbits auf Speed. Tatsächlich sind Kombos mit regulären Bühnenoutfits und ohne nach außen getragene Lore in der Überzahl. Acts wie SEVEN SPIRES oder ROY KHAN sind in jeglicher Hinsicht das Gegenteil von Kaugummimetal – eigentlich viel zu deep und emotional divers für dieses Festival, könnte man meinen. Für viele aber gerade maßgeblicher Ticketkauffaktor. Inwiefern das Epic Fest die vielkritisierte „Schlagerisierung des Metal“ fördert, bleibt der Interpretation jedes Einzelnen überlassen. Aber am Ballermann sind wir hier nicht. Trotz aller Gags und Gimmicks liegt der Fokus bei den Konzerten ganz zweifelsfrei auf der – unglaublich vielfältigen – Musik. 

Das Besondere an Powermetal: Es hat die Eigenschaften von Licht und Dunkelheit.

Max Uldahl Pedersen, Komponist (und Keyboarder bei LAMENTARI)

Es spielen sogar Bands wie MERCENARY oder SIRENIA, die sich nicht mal mit viel Drücken und Quetschen in die Powermetal-Schublade pressen lassen. Macht aber nichts, denn irgendwo zwischen „Might and Magic“ ist all das angesiedelt. Wirklich jede Band hat hier eingeschworene Fans am Start, die meisten Gäste sind subgenreübergreifend neugierig und sämtliche Konzerte sind gut besucht bis proppevoll. Vor allem wird überall fleißig mitgefeiert – meist bis in die hinteren Reihen hinein. Gerade bei den kleineren und neueren Bands ist es herzerquickend, von einer Traube enthusiastisch hüpfender Flummis mitgerissen zu werden, statt, wie sonst so oft, full time zwischen mimikfreien Kopfnickern zu stehen.

Epic: Etwas, das „larger than life“ ist, aber gleichzeitig geht es um die kleinen Dinge im Leben. Es geht um eine große Reise mit ganz viel Entwicklung und Dynamik. Man kann an einem winzigen Punkt starten und im höchsten Himmel ankommen oder am tiefsten Punkt der Hölle. Es geht um Geschichten.

Max Uldahl Pedersen, Komponist (und Keyboarder bei LAMENTARI)

Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren wie Verfügbarkeit, Kosten, Kontakte, Zielgruppenorientierung, Zufall und was beim Planungspuzzle noch alles eine Rolle spielen mag, ist es schon bemerkenswert, welche Fülle an Gig-Besonderheiten zusammengekommen ist. Für IPOMONIA ist es das absolute Live-Debüt, HAGANE treten zum ersten Mal außerhalb Japans auf, ROY KHAN setzt hier nach langer Komplettpause und einigen Auftritten mit anderen Bands seinen Startpunkt für ein Solo-Comeback. Für FAIRYLAND ist es nach aufwühlender Bandgeschichte inklusive Tod des Sängers und großem Besetzungswechsel der erste Auftritt nach 16 (!) Jahren. Und natürlich spielen auch absolut routinierte Headliner wie SONATA ARCTICA, RHAPSODY OF FIRE oder ENSIFERUM. Eine ausgewogenere Mischung hätte man sich bei unlimitierter Wahl kaum ausdenken können.

Apropos ausgewogen: Man sollte es nicht hervorheben müssen, aber bemerkenswerterweise hat fast die Hälfte aller Bands mindestens ein weibliches Mitglied, zum Teil auch mehrere. So darf es lineupmäßig gerne weitergehen.

Wir richten uns nicht nach Quoten, aber wir möchten uns schon so divers wie möglich aufstellen – dazu gehört auch, dass Frauen nicht nur am Mikro stehen, sondern auch an den Instrumenten. Super wichtig im Hinblick auf die Kinder, die die Shows sehen. 

Søren Weiss, Veranstalter

Center Of The Universe

Austragungsort der Veranstaltung ist das Sport- und Kongresszentrum in Roskilde, ein funktional-zweckdienlicher Betonkasten. Ist das nicht der Inbegriff von Nüchternheit? Müsste so ein Event nicht auf einer Burg oder Waldlichtung stattfinden? Ja und ja. Aber irgendwie gerät das recht schnell in Vergessenheit, wenn sich das Mindset von 2000 Epikbegeisterten wie ein Lindwurm durch die Flure gräbt. Cosmic Turnhalle of Mightyness! Whimsical Stehtische of ancient Legacy!

Wer das nicht fühlt, dem helfen Dekoelemente wie Flaggen, Banner, leuchtende Cocktails, Cluster aus schwarzen Kerzen und bunt strahlende Wandschilde auf die Sprünge (schick). Oder das mittelalterlich inspirierte Food-Zelt vorm Eingang (teuer, aber lecker). Oder das zum Teil in stundenlanger Handarbeit angefertigte Epic-Fest-Merch wie Trinkhörner, Lederpatches oder Glow-in-the-Dark-Rollenspielwürfel in einer detailverliebten Buchoptik-Box (sweet). Oder die Foyer-Ausstattung mit deckenhohen Packpapierbäumen, fancy Folienblumen und Sträußen aus Magic-Spielkarten (liebevoll gestaltet, aber auch irgendwie weird). Muss extra erwähnt werden, dass es einen Bereich gibt, in dem diverse Nintendo-Switch-Spiele gezockt werden können?

Das Besondere an Powermetal: Der Spielraum für Kreativität und Erzählen innerhalb des Genres.

Philippa Sztencel, Sängerin bei LOST DAWNING

Dann gibt es aber auch noch den runden Backsteinbau „Gimle“ mit der kleinen Bühne und nebenan die Bar „The Raven“, die während des Festivals zur „Raven Tavern“ wird, und in der die Warm-up- und Aftershow-Partys stattfinden. Spätestens hier ist es vorbei mit der Nüchternheit – in jeglicher Hinsicht. Natürlich tragen die Biersorten hier Namen wie „Tears of The Dragon“ oder „Blood of the Unicorn“. Weiterer Nebenschauplatz: Das historische Rathaus in der Stadt. Hier kann man „Dungeons and Dragons“ spielen oder Warhammer-Figuren bemalen.

Eternal Warriors

Dass es eines epischen Aufwands bedarf, so ein Festival auf die Beine zu stellen, erklärt sich von selbst. Organisator und Arbeitstier Søren Weiss – groß, busy und gut gelaunt – fegt im Stechschritt durchs Kongresszentrum und zeigt, wo überall Leute arbeiten, um die letzten Handgriffe anzulegen. Als mittelsportliche Person unter 1,70 m ist es fast unmöglich, ihm zu folgen. „Dieses Tempo habe ich seit zwei Wochen drauf“, lacht er. Co-Veranstalter Lauge Hede Kjærum und er sind nicht nur die Masterminds hinter dem Festival, sondern organisieren alles von Booking bis Marketing – neben ihren anderen Jobs. Damit Bar, Garderobe, Merch, Bühnentechnik und Deko laufen, arbeiten hier aber zusätzlich fast 200 mighty heroes ehrenamtlich.
„Das Gute ist, dass wir in Dänemark eine große ‚Volunteering-Szene‘ haben“, sagt Søren. „Leute sind es gewohnt, bei Festivals und Konzerten unentgeltlich Aufgaben zu übernehmen. Wir haben ein Jahr lang getrommelt und sind extrem dankbar, all diese Leute zusammenbekommen zu haben.“

Während Epic Fest IV gerade anläuft, ist Søren gedanklich aber schon längst bei den Planungen fürs nächste Jahr. Wesentlich größer soll es nicht werden, aber das Lineup muss gepuzzelt werden, kleine Verbesserungen stehen an, und es klingt, als warteten wieder einige neue Freakigkeiten auf ihre Umsetzung.
„Kannst du denn ein bisschen entspannen, wenn das Festival angefangen hat und die ersten Bands spielen?“, frage ich. „Entspannen? Nee, das mache ich dann nächste Woche.“ – „Ach, hast du Urlaub nach dem Festival?“ – „Nein, da bin ich als Manager mit IOTUNN auf Tour“. Alles klar.

Das Besondere an Powermetal: Es ist epic.

Ungefähr alle Befragten

 Søren Weiss ist, gemeinsam mit Co-Gründer Lauge Hede Kjærum, die Existenz des Epic Fests zu verdanken.

Wanderer’s Prayer

Noch bevor die Sause überhaupt offiziell losgeht, gibt’s in der Stadt ein Vorabschmankerl. Viele Epikfans kommen ohnehin schon einen Tag früher nach Roskilde, um entspannt ins Festival zu starten. Und jetzt hat man ja nun mal einen mighty Dom in der Stadt stehen, mit einer legendary Barockorgel. Was ist also das Naheliegendste? Klar, lasst die Hütte komplett mit Metalheads füllen und dann werden Klassiker wie „Through The Fire And Flames“ von DRAGONFORCE auf der Orgel rausgehauen. Weil’s geht. Als zusätzliche Einnahmequelle? Nee, natürlich kostenlos. Weil’s epic ist!

Epic: Das ist Größe, Erhabenheit. Etwas, das dich vielleicht aus dir selbst heraushebt, hin zu einem Bewusstsein und einer Wertschätzung größerer Geschichten. Es sind die Erzählungen, die menschliche Ideen und menschliche Emotionen lenken, und es sind die großen Geschichten außerhalb von uns, an die wir uns als emotionale und spirituelle Wesen anknüpfen können.

Archie Caine, Sänger bei FAIRYLAND

Die Idee kam ursprünglich von den beiden Festivalgründern. In den Vorjahren hatte es schon das ein oder andere Akustikset in der Kirche gegeben und für den Auftritt von FABIO LIONE’S DAWN OF VICTORY hatte man mit dem Mädchenchor des Doms (der auch diesmal die Show von ROY KHAN begleitet) zusammengearbeitet. Dieses Jahr also Orgel. Eine ganze Reihe bekannter Songs von HAMMERFALL, RHAPSODY, HELLOWEEN und anderen wurde ausgesucht, von der Pfarrerin auf ihre Message geprüft und in Absprache mit Organist Asbjørn Dalbjerg zu einem etwa 45-minütigen Set zusammengestellt. Max Uldahl, auch zuständig für besagte Chor-Arrangements, bereitete diese Songs schließlich für die Roskilder Domorgel auf. Dabei ging es nicht darum, Metal-Sound zu imitieren, sondern die besonderen Features des 400 Jahre alten Instruments zu nutzen. Worauf er am meisten stolz ist bei der Umsetzung dieser Idee? Coole Transponierungsmoves, spezielle Registereinsätze, raffinierte Modulationen? Als Filmscore-Komponist mit beachtlichen Referenzen, aber der Bescheidenheit einer zufällig herbeigerufenen Kabelhilfe meint Max:

Ich bin stolz darauf, ein Teil dieser Fankultur zu sein. Dass wir gemeinsam immer wieder coole, nerdmäßige Ideen entwickeln und Spaß dabei haben. Das Epic Fest ist ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas funktionieren kann.

Max Uldahl Pedersen, Komponist (und Keyboarder bei LAMENTARI)

One More Magic Potion

Wer dieses Festival besuchen möchte, muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass Fomo hier ein ständiger Begleiter ist. Nicht nur, weil die etwa zehn Minuten Fußweg auseinanderliegende mittlere und kleine Bühne gleichzeitig bespielt werden und es folglich zu Clashes wie SEVEN SPIRES versus MOONLIGHT HAZE oder DARK MOOR versus INNERWISH kommen kann, die manch einem Besucher das Herz zerreißen und im Vorfeld schon für schlaflose Nächte sorgen. Auch, weil ständig Musik und Side Quests miteinander konkurrieren. Anfänger, wer meint, Tätigkeiten wie Merchkäufe, Nintendosessions, Photobooth- oder Autogrammstundenbesuche könne man mal eben zwischendurch erledigen! Weit gefehlt – interessiert man sich für die meisten der auftretenden Bands, ist es ein kaum zu bewältigendes Unterfangen, alle Extra-Angebote mitzunehmen, ohne Konzertbesuche frühzeitig abzubrechen. Und dann hat man noch nichts gegessen und getrunken. Was wiederum ein Vorteil sein kann, weil so auch die Toilette nicht allzu häufig aufgesucht werden muss. Fazit: Am besten geeignet ist die Veranstaltung allem Anschein zum Trotze offenbar für Leute, die gar nicht allzu tief in der Materie stecken!

Epic: Das heißt einfach viel, viel von allem. Krasse Abenteuer, und vor allem viel davon.

Peter Brandsch, Besucher (und Gitarrist bei PENGS QUEST)

I Want It That Way

Klar, Metal verbindet – wir kennen es aus dem Alltag. Das nette Gespräch in der Konzertwarteschlange oder die plötzliche Pommesgabel irgendwo auf der Straße, weil ein Gleichgesinnter dein Bandshirt gesichtet hat: immer wieder schön. Aber hier: next level. Ganz normal, dass man als Endfünfziger am laufenden Band Komplimente einsammelt, wenn man sich Mühe gegeben hat, seine Kutte komplett in Lila zu gestalten. Ganz normal, dass man innerhalb weniger Sekunden ein paar neue Freund:innen aus Norwegen, Malta und Kanada hat, die im wahren Leben Biologinnen, Marketingexperten oder Außenministeriumsmitarbeiter sind, weil man gemeinsam leidenschaftlich einen BACKSTREET-BOYS-Song darbietet. Ganz normal, dass auch Mitglieder der auftretenden Bands die Aftershowpartys besuchen (nur Newbs lassen sich noch davon aus der Ruhe bringen, dass Giacomo Voli von RHAPSODY OF FIRE sich unters Volk gemischt hat).

Epic: Etwas gigantisch Großes. Aber gleichzeitig irgendwie Gemütliches.
Etwas, von dem man Teil sein möchte.

Søren Weiss, Veranstalter

Verbindend sind letztlich auch die netten Macken, von denen jeder hier mindestens eine hat. Unterhält man sich mehr als einen Satz lang mit einer beliebigen unauffälligen Person, stellt sich schnell heraus, dass er oder sie kleine Enten oder selbstgeprägte mittelalterliche Münzen verteilt, zu Hause Nutrias pflegt oder trotz einer Vita voll zahlreicher Thrashmetal-Moshpits nun ausgerechnet nach einer Powermetal-Show den Verlust einer halben Brille zu beklagen hat. Und nein, warum deine Band Pinguin-Metal macht, musst du hier wirklich niemandem erklären. Alle fühlen und feiern es. Alle teilen den gleichen Spirit.

TWILIGHT FORCE setzt auf skurrile Showdetails wie die „Enchanted Potato of Wisdom“ gegen Gesangsprobleme.

Soul Decision

Warum mir dieses Juwel von Fest noch nicht früher untergekommen war, ist mir schleierhaft. Warum ich, als ich im Zuge der dritten Ausgabe davon erfuhr, die Anreise noch als unverhältnismäßig empfand, ebenfalls. Es brauchte wohl die Kombination mehrerer Lieblingsbands im Lineup, um mich zu überzeugen. Und diese Konzerte waren großartig! Im Nachhinein ist es aber nicht das, was mich wiederkommen lässt. Es ist die Gemeinschaft der Freaks, der Eskapisten, der Harmoniesüchtigen. Das Instant-Zuhausefühlen unter Gleichgesinnten. Das gemeinsame Abfeiern eines Genres, das so viele Welten umfasst – von platt bis tiefgründig, von hell bis dunkel, von fröhlich bis tragisch, von nostalgisch bis zukunftsweisend – stets mit der Option, grinsend eine beliebige Stufe der Metaebenen-Leiter zu erklimmen.

Das Besondere an Powermetal: Für mich ist es das Gefühl. Irgendwie ein Gefühl von Lebendigkeit. Und es ist nicht an eine bestimmte Mode gebunden, es muss nicht cool oder angesagt sein – es tut uns einfach gut und es bringt Menschen zusammen. Das Leben ist kurz, und alle Regeln sind ausgedacht. Wir müssen Dinge finden, die uns guttun, und die Menschen, mit denen wir das erleben wollen. Und für mich macht Powermetal genau das.

Archie Caine, Sänger bei FAIRYLAND

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Anne

Stilübergreifend Fan von packenden Harmonien und Lyrics. Es muss Spaß machen oder berühren – oder beides. In früher Jugend große Seelenanteile an den Powermetal verkauft. Trotzdem nie was mit Drachen und Einhörnern am Hut gehabt. Konzertliebe wiederentdeckt und zur Sucht werden lassen. Frontrowbegeisterung! Lebensziel: Mit 80 immer noch vorne mithüpfen.

Instagram: @now.spring.is.in.the.air