Naglfar - Téras

naglfar teras

Stil (Spielzeit): Black Metal (44:35)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media (23.03.2012)
Bewertung: 8/10

naglfar.com

Fünf Jahre nach "Harvest" melden sich NAGLFAR an der Black Metal-Front zurück. Unterstützt werden die Schweden, die nach dem Abgang von Bassist Morgan Lie und Drummer Mattias Grahn seit 2011 nur noch als Trio (Kristoffer W. Olivius als Sänger, Marcus E. Norman und Andreas Nilsson als Gitarristen) unterwegs sind, von Session-Schlagzeuger Dirk Verbeuren (SOILWORK). Bass und Keyboards hat Norman selbst eingespielt. Die fünfjährige kreative Auszeit hat dem Trio gut getan: "Téras" klingt wütend, dunkel, majestätisch und überzeugend.

In wilden Passagen, die durch überschallschnelle Blastbeat-Attacken und rasende Gitarrenstürme gekennzeichnet sind, erinnern NAGLFAR an ihre Frühphase. Der Klassiker "Vittra" scheint durch, wenn das Trio roh drauf los holzt und mit Olivius' krächzenden Hassvocals seiner Aggressivität freien Lauf lässt. Oft steht auf "Téras" aber die melodische Seite der Schweden im Vordergrund. Norman und Grahn lassen nicht nur brachiale Riffgewitter auf die Hörerschaft los, sehr feine Leads und klagende, eindringliche Gitarrenharmonien sorgen zusammen mit zahlreichen Tempowechseln für eine epische, majestätisch-kalte Stimmung. Der kurze Eröffnungsschlag "Téras" hypnotisiert mit schleppendem Doom, "Pale Horse" zeigt die ungebändigte, schwarze Seite von NAGLFAR, "Bring Out Your Dead" meißelt sich durch den eingängigen Refrain direkt ins Hirn, und der Achtminüter "The Dying Flame Of Existence" beschließt "Téras" als durchdachte Midtempo-Nummer, welche die Harmonien des Titeltracks wiederaufnimmt. Dazwischen befinden sich mit "The Monolith", "An Extension Of His Arm And Will" und dem bitterkalten "III: Death Dimension Phantasma" Songs zwischen rasender Wut und finsterer Erhabenheit, die für Fans von DISSECTION und ähnlich gelagerten Kapellen genügend hörenswerten Stoff bieten.

Neben der variablen Gitarrenarbeit muss besonders Verbeurens exzellentes Schlagzeugspiel erwähnt werden. Der Niederländer zertrümmert die Kessel, als ob sein Leben davon abhinge. Mühelos wechselt er zwischen unmenschlich schnellen Blastbeats, zackiger Doublebass und präzisen Schlägen im Midtempo und gestaltet die Songs auf seine ganze eigene Art sehr variabel. Die Songs auf "Téras" befinden sich fast immer auf gleicher Höhe und versprechen abwechlsungsreiche, schwarze Kost für alle anspruchsvollen Black Metal-Jünger.