The Man-Eating Tree - Harvest

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Stil (Spielzeit):
Rock, Metal, Goth, Prog (53:38)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media / EMI (25.11.11)
Bewertung: 6,5/10

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THE MAN EATING TREE legen ihr Zweitwerk vor, sind ein wenig zugänglicher geworden, bleiben aber nach wie vor so traurig wie die Bilder überfahrener Katzen vor einem Waisenhaus. Und wieder bietet vor allem Sänger Tuomas Tuominen jede Menge Anlässe, sich über diese Platte zu streiten.

Beim Vorgänger „Vine" bin ich noch ganz, ganz klar auf Abstand gegangen. Diese „nette" und herumjodelnde Progstimme hat mich vor Langeweile immer wieder in den Sekundschlaf driften lassen. Mittlerweile weiß ich ja, was mich erwartet und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass die Melodien greifbarer und teilweise poppiger geworden sind (bei „Code Of Surrender" zum Beispiel). Und so kann ich mich dann auch besser auf die Musik als solche einlassen, welche ja gar nicht so verkehrt ist und Gothic, Rock und Metal mittlerweile ziemlich poppig, aber dennoch mit Tiefgang miteinander vermischt.

Nach wie vor sind die Songs von TMET ziemlich lang, pendeln zwischen cleanen Strophen und verzerrten Refrains. Natürlich sind das hier keine aalglatten Poprock-Strukturen und mir gefällt ihre Version des Goths auf jeden Fall schon mal wesentlich mehr, als sagen wir mal THE 69 EYES, und zwischendurch darf der Ex-SENTENCED-Drummer seine Jungs auch wirklich mal nach vorne kloppen, aber zum Großteil geht es hier um sehr getragene Atmosphäre voller Keyboards und Pianoklänge, die dann auf metallische, aber zugängliche Gitarrenwände treffen.

Nach wie vor hätte mir diese Platte mit einem anderen Sänger wesentlich besser gefallen, dennoch kommt mir „Harvest" um einiges stärker als der Vorgänger vor und ich erwische mich ein wenig beim Headbangen. Zumindest hat diese Band einen extrem individuellen Sound, der unter tausend anderen Bands herausgehört werden kann. Wer kann das schon vor sich sagen? Und zum kommenden Winter passt dieser „Herbst" auf jeden Fall.