Tank - War Machine



Stil (Spielzeit): NWoBHM/Heavy Metal (51:03)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Mind Productions (29.10.2010)
Bewertung: 7/10

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Um es sofort klar zu sagen: Obwohl TANK zu einer der bekanntesten, aber auch am wenigsten erfolgreichen New Wave of British Heavy Metal-Bands zählen und Metal Mind Productions einige Jahre zuvor ein Boxset mit den frühen Alben der Briten veröffentlicht haben, kenne ich bis auf einige YouTube-Eindrücke gar nichts von der Band. Deshalb kann und werde ich "War Machine" auch nicht aus Sicht eines Fans, der Vergleiche mit vergangenen Alben anstellen kann, beurteilen, sondern als neutraler Hörer, der TANK zum ersten Mal bewusst wahrnimmt. Und das tue ich im Falle von "War Machine" richtig gerne.

Von der Besetzung der ersten TANK-Alben aus den Achtzigern ist nach dem Ausstieg von Algy Ward keiner mehr an Bord. Mittlerweile besteht die Band aus den beiden Gitarristen Mick Tucker und Chris Evans, die beide schon seit einigen Jahren dabei sind und sich mit ex-BRUCE DICKINSON-Bassist Chris Dale, dem ehemaligen ZODIAC MINDWARP-Gitarristen und Sänger Doogie White (u.a. YNGWIE MALMSTEEN) verstärkt haben. Das letzte Album "Still At War" liegt mittlerweile acht Jahre zurück, TANK-Fans werden sich also die Finger nach neuem Material lecken. Ob sie allerdings bekommen, was sie erwarten, sei dahin gestellt. Fakt ist aber, dass sich auf "War Machine" neun gute bis erstklassige, oft hochmelodische Songs (übrigens alle von Doogie White mitgeschrieben) befinden, die im Power Metal-Bereich anzusiedeln sind. Dabei gehen TANK sehr abwechslungsreich vor: Von dem Highspeed-Ohrwurm "Phoenix Rising" mit IRON MAIDEN-Gedächtnisleads und einem bärenstarken Refrain über den an SAXON erinnernden Achtziger Jahre-Rocker "Great Expectations" und die Halbballade "After All" bis hin zu einem doomigen, epischen Stampfer (der erstklassige Titeltrack) ist alles dabei, was man sich nur wünschen kann. Die Produktion ist angenehm rau und warm ausgefallen und passt hervorragend zu den melodischen, sehr auf Groove und Eingängigkeit ausgerichteten Songs.

Neben den genannten Songs ist vor allem der starke Opener "Judgement Day" ein absoluter Tipp, während die restlichen Tracks stellenweise leicht abfallen. Alteingesessenen TANK-Fans ist "War Machine" vielleicht nicht ruppig genug; in die Scheibe rein zu hören schadet deshalb bestimmt nicht. Wer eine starke Power Metal-Scheibe sucht, sollte mit dem neuen Output der Briten aber definitiv glücklich werden.