Glyder - s/t




Stil (Spielzeit): Hard Rock (36:36)

Label/Vertrieb (VÖ): Rock Inc. / Point Music (02.06.2006)

Bewertung: 8/10


Link: http://www.glydermusic.com 
http://www.myspace.com/glyder

GLYDER sind eine junge irische Band, die aus einem kleinen Ort in den Wicklow Mountains im Süden Irlands kommt. Trotz ihres jungen Durchschnittsalters von gerade mal 22 Jahren, haben Tony Cullen (bass/vocals), Bat Kinane (guitars/backing vocals), Pete Fisher (guitars) und Davy Ryan (drums) ihre musikalischen Wurzeln definitiv im Hard Rock der Siebziger und Achtziger. 
Ganz besonders ist der Einfluss von THIN LIZZY deutlich zu hören, ohne dass sie jedoch versuchen, diese Legende einfach nur zu kopieren. 

Dass sie bereits mit THIN LIZZY, THE ANSWER oder auch WISHBONE ASH in ihrer Heimat auf Tour waren, zeigt ihren bereits hohen Stellenwert in Irland. 
Als Support von THUNDER setzten sie kürzlich auch bei uns ihre erste Duftmarke, und wussten mit ihrem energiegeladenen Gig mehr als zu überzeugen. 

Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum, welches von der Mischpultlegende Chris Tsangarides (unter anderem JUDAS PRIEST, OZZY OSBOURNE, BLACK SABBATH, BRUCE DICKINSON) produziert wurde, und der neben den sparsam eingesetzten Keyboards auf „Die Or Dance“ auch mal selber in die Saiten greifen durfte, ziehen sie alle Register, die man ziehen muss, um den HARD ROCK der Siebziger in die Gegenwart zu transferieren. 
Und das ist ihnen mehr als perfekt gelungen. Das Album klingt rau und ungeschliffen, hört sich fast wie live eingespielt an, und Songs wie „Pretty Useless People (PUP)“, „Saving Face“, „Taking Off“, „Dance Or Die“ oder „You Won’t Bring Me Down“ bleiben sofort im Ohr hängen. 
Vor allem die doppelstimmigen Leadgitarrenparts, und die eingängigen Melodieführungen der Songs lassen nicht nur bei THIN LIZZY Fans das Herz höher schlagen. 
Der äußerst entspannt klingende, aber trotzdem druckvolle Gesang von Tony Cullen, rundet das sehr reif klingende Gesamtwerk perfekt ab. 

Obwohl „PUP“ die erste Single des Albums war, die es immerhin mehrfach geschafft hat, die Playlists der UK Radiosender xfm und BBC zu entern, ist für mich „Stargazer“ der Track des Albums, der aus zehn hervorragenden Hard Rock Stücken noch ein bisschen höher herausragt, und den ich auch als Anspieltipp angeben würde, da er den Stil der Band am besten wiedergibt. 
Hier sind von den doppelstimmigen Leads, den tollen Breaks, der sich förmlich einfressenden Melodie bis zum sehr variablen Gesang alle Trademarks der Band vertreten.

Fazit: GLYDER reden nicht nur von ihren Einflüssen, sie sorgen auch dafür dass man sie in jedem Song hört. Sehr schön zu hören, dass eine so junge Band nicht den aktuellen Trends hinterher läuft, sondern auf das Altbewährte setzt. 
Das sie ganz nebenbei dadurch auch die Fahne ihrer Landsleute um Phil Lynott wieder in den Wind stellen, ist ein netter Nebeneffekt, aber nicht mehr. 
GLYDER bestechen auch so durch ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Für mich ist es alleine schon eine tolle Sache zu sehen und zu hören, das die Hard Rock Szene in Irland doch nicht so tot ist, und im Fahrwasser von Bands wie GLYDER vielleicht noch weitere, talentierte Bands ans Tageslicht kommen. 

Fans, die auf Hard Rock der alten Schule stehen, sollten auf alle Fälle zuschlagen.