Novembre - Materia


Review

Stil (Spielzeit): Dark Metal (68:03)
Label/Vertrieb (VÖ): Peaceville Records (19.05.06)
Bewertung: 6/10
Link: http://www.novembre.co.uk

Fast haben wir Sommer, doch „Materia" ist viel eher ein Herbst- bzw. Winteralbum. Düster, melancholisch sowie klangtechnisch sehr warm und stimmungsvoll kann es den Hörer in seinen Bann ziehen. NOVEMBRE haben mit ihrem Debüt auf Peaceville jedoch keinen Knaller abgeliefert, dafür sind die wirklich herausragenden Momente zu spärlich gesät.

Dabei ist das mittlerweile fünfte Album der einst eher für bleiernen Doom-Metal bekannten Italiener mehr als nur eine weitere Veröffentlichung aus dem Bereich zwischen Dark- und Gothic Metal, denn fast über die gesamte Albumlänge bewegt man sich auf anspruchvollem Level. Immer wieder wandelt die Band auf progressiven Pfaden, arrangiert atmosphärische Akustikeinlagen und ähnelt somit deutlich den Meistern der melodischen Düsternis, OPETH wie auch KATATONIA - bei „Reason" fühle ich mich kurz sogar an THE CURE erinnert.
Dennoch, die Eindrücke sind meist zu flüchtig; noch haben NOVEMBRE die Klasse dieser Bands nicht erreicht. Zu entdecken gibt es allerdings eine ganze Menge für den, der ein wenig tiefer in die Musik eintaucht: Eine nicht geringe Anzahl schön ausgearbeitet Details verleiht den einzelnen Songs ihren Charme, nur fallen diese im Gesamtbild leider kaum ins Gewicht. - Zu viele Passagen plätschern nur nett vorbei, ohne länger im Ohr hängen zu bleiben. Zudem limitiert der etwas eintönig bleibende Gesang die elegischen Kompositionen, die leicht nasal klingende Stimme von Sänger Carmelo Orlando ist generell nicht so ganz mein Ding. Ausbrüche, in denen es etwas heftiger zu Werke geht, sind extrem selten, aber mit dem deathigen „Comedia" und Carmelo Orlandos Growls bei „Aquamarine" letztlich doch vorhanden.

„Materia" ist im Großen und Ganzen ein gutes Album geworden, das jedoch immer wieder schwerfällig und langatmig wirkt. Wer auf düster-melodischen Dark Metal und oben genannte Bands steht, könnte aber problemlos seine (durchaus auch große) Freude daran haben.