Kai

THE SUICIDE KINGS kommen aus Hessen und spielen eine Mischung aus Hardcore, Punk und Metal, ohne dabei trendy oder zu oldschoolig zu klingen. Sie haben Meinungen und vertreten diese. Bereits das Vorgängeralbum „Menticide" konnte bei BurnYourEars punkten. Und da die Band mit „Generation Suicide" noch mal richtig nachlegen konnte, wollten wir auch noch ein weiteres Mal hören, was den Jungs durch den Kopf geht. Wir befragten Drummer Chris.

Glücklicherweise werden die Metalcoreplatten, die ich zu reviewen habe, immer weniger. Entweder weil meine netten Kollegen mir das abnehmen oder weil es ja einfach mal weniger werden musste. Zwischendurch kommt allerdings immer mal wieder etwas in meine Richtung geflogen, wie in diesem Falle ICARUS DOWNFALL aus Münster. Und wenn ich diese Musik auch nicht mehr im Überfluss in den Ohren habe, gefällt sie mir schon noch ganz gut.

Wie cool, dass es BITUME immer noch gibt. Die habe ich das letzte Mal vor 12 Jahren mit „Wahlwiederholung" gehört. Mit „Zeichen" versuche ich wieder anzusetzen, habe mich aber in den Jahren dazwischen mehr oder weniger komplett vom Deutschpunk verabschiedet. Aber zum Glück gibt es ja intelligenten, deutschen Punkrock mit Niveau und Melancholie, der gerne aus dem Norden der Republik kommt.

Ab und zu gibt es diese Platten, bei denen der Sound auch eine gewisse Haltung ausdrückt. Bei den Slowenen von REAL LIFE VERSION ist das so. Denn die Jungs spielen ziemlich melodischen, leicht melancholischen Midtempopunk, der zwar gefällt, aber niemandem auf die Füße tritt. Und so ist auch der Sound der Platte ausgefallen. Ein wenig zu nah an „nett", um wirklich zu begeistern.

NASHVILLE PUSSY kannte ich bisher nur von einem Festival-Auftritt vor ca. 10 Jahren. Mit „Up The Dosage" bekomme ich sie jetzt das erste Mal auf Platte mit. Und auch wenn ich die Platte ganz gut finde, hätte ich doch noch mit etwas mehr Dreck gerechnet. Schließlich sind die Südstaatenrocker für ihren ausgeprägten Redneck-Style berüchtigt.

Über CHUCK RAGAN muss ich hoffentlich nicht mehr viele Worte verlieren. Der HOT WATER MUSIC-Fronter hat in den letzten Jahren mit seiner Solo-Karriere ja mehr als genug für Aufsehen gesorgt. Und „Live At Skaters Palace" ist ein Konzertmitschnitt, der deutlich zeigt, warum.

ARMS LIKE SNAKES liefern mit „The Awakening" eine EP ab, die ich eigentlich wirklich mögen möchte, die mich aber leider nur an ein paar Stellen so richtig jubeln lässt. Zu sehr klingen ein paar andere Stellen noch nach Kinderkrankheiten.

Ich hatte die BANDGEEK MAFIA als Ska-Hardcoreband in Erinnerung und hab' deswegen bei der neuen EP direkt „hier" gerufen. Aber ich bin ein wenig verwirrt. Denn vor allem die drei neuen Songs (dazu gibt es noch drei Live-Versionen von älteren Songs) zeigen eigentlich überhaupt keine Hardcore-Elemente mehr bei der Band aus Trier. Habe ich mich da etwa vertan? Das hier ist „nur" noch Skapunk.

Hier passt wirklich vieles zusammen: der Bandname, das Cover, das Intro, viele Textzeilen. CAPTAIN RISIKO gehen da mit so einer Art Piraten-Corporate-Identity voran. Und da mich die wirsche Art der Band im ersten Augenblick sofort an ANTITAINMENT erinnert, bin ich auch erst mal ganz aufgeschlossen und freudig, wenn „Sjöfart" anfängt.

VITJA setzen sich wohl teilweise aus Leuten von DISPOSED TO MIRTH zusammen – und das passt auch ganz gut, da die Münsteraner Metalcore-Kapelle ja schon vor einigen Jahren ziemlich progressiv unterwegs war. VITJA spielen Djent – was totale Prog-Corler eben heute so machen.

MASKED INTRUDER machen Poppunk wie spätere THE QUEERS und Bands wie TEENAGE BOTTLEROCKET. Nur dass sie dabei Masken wie PUSSY RIOT tragen (maskierte Einbrecher eben) und eine unheimlich hohe Gesangsstimme über ihre Poppunksongs legen. Und mit dieser Single gibt es jetzt einen Weihnachtsgruß der Amis.

Aus der Schweiz bekomme ich oft relativ abgefahrene Musik zu hören. Auch LUNE PALMER sind da keine Ausnahme. Allerdings wird hier dieses Mal nicht geknüppelt, sondern ganz verträumter Folk geboten.

Ein Soloprojekt vom KNORKATOR-Gitarristen? Ob die Welt das braucht? Ich rechne beinahe mit dem Schlimmsten. Aber so knüppeldicke kommt „Icke“ dann gar nicht.

Irgendwie war ich mir sicher, die SUICIDE KINGS bereits von einem Album her zu kennen, muss jetzt aber feststellen, dass ich mich wohl in der Band geirrt habe. Aber es gibt ja auch recht viel mit „Suicide" im Namen. Diese Band aus Hessen ist da jedenfalls nichts ganz so beliebig.

Ich muss wohl gestehen, dass ich mich ein wenig gegen dieses Review geweigert habe. Denn eigentlich hatte ich mit A DAY TO REMEMBER abgeschlossen. Nach einem grandiosen Debüt, einer genialen ersten Platte für Victory Records als Nachfolger kamen dann noch Platten, die das Erfolgsrezept bis ins Letzte auswalzten und immer poppiger wurden und auf Nummer Sicher setzten. Zwar gefiel mir nach wie vor die Mischung aus Pop, Punk, Hardcore und Mosh, aber das Grandiose der ersten beiden Platten war nicht mehr zu finden. Und jetzt ist „Common Courtsey" in meinem Player und ich bin wieder total begeistert. Seltsam, das!


Bei LESS THAN JAKE kommt es immer ziemlich stark auf das jeweilige Album an: für jedes gute findet man auch ein durchschnittliches und so bin ich immer gespannt, was die SkaPunks wohl abliefern mögen. Und leider fällt „See The Light" auch wieder in die Kategorie „eigentlich ganz cool, aber früher fand ich sie mal besser".

Na, das ist mal was anderes in meinem Player: THE OBITS verbinden irgendwie 60s-Garage mit Punkrock, SubPop-Sound und Surf mit Rock N Roll und streckenweise fast ein wenig Noise. Und dennoch klingen sie oftmals angenehm poppig. Seltsam? Ne, seltsamerweise nicht.

Zunächst fand ich die Kombination beider Bands erstmal seltsam. Denn mit den BOUNCING SOULS kann ich leider nach wie vor nichts anfangen, während ich die MENZINGERS ziemlich abfeiere. Aber beide Bands kennen und schätzen sich durch gemeinsames Touren und so lag es wohl auf der Hand, mal etwas zusammen zu machen.

Die selbstbetitelte EP der Briten HIGH HOPES hat mir vor einem Jahr noch gefallen. Zwar fand ich sie damals bereits nicht sehr originell, konnte aber drüber hinwegsehen. Mit dem nun vorliegendem Full Length geht ihnen aber nun wirklich ein wenig die Luft aus.

Ich bin auf diese Band durch Zufall gestoßen: bei zwei Shows, die ich mir angesehen habe, war das Trio im Vorprogramm. Und jedes einzelne Mal hat es sowohl mich als auch die Hauptband beeindruckt. Und jetzt höre ich mir ihr zweites Album an und denke: "Ok, live find ich sie noch einen Tacken geiler..." – aber die anfängliche Begeisterung ist schon gerechtfertigt!
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