Das osteuropäische Beben: VADER als Co-Headliner
Den Abend eröffneten BLOOD RED THRONE, die mit ihrem norwegischen Death Metal bereits für ordentlich Bewegung im Pit sorgten. Doch als VADER die Bühne übernahmen, änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Die polnischen Legenden agierten faktisch als Co-Headliner.
Unterstützt von einer lautstarken und treuen Fanbase aus der polnischen Community, peitschten sie ihr Set mit einer Präzision durch den Saal, die keine Fragen offen ließ. Dass sie sich am Ende sogar die eine oder andere Zugabe gönnten, wurde vom Publikum frenetisch gefeiert – ein seltener Luxus für eine Vorband, der die Sonderstellung von VADER unterstrich.
KATAKLYSM: 70 Minuten Northern Hyperblast
Nachdem VADER den Boden bereitet hatten, kamen KATAKLYSM und räumten konsequent alles ab, was an Energie noch übrig war. Die Kanadier fackelten nicht lange: Gut 70 Minuten lang herrschte absolutes Vollgas. Das Set war eine Reise durch den reichhaltigen Katalog aus über 30 Jahren Bandgeschichte – von den frühen Klassikern bis hin zu den wuchtigen Hymnen der neueren Ära.
Crowdsurfer galore in Kreuzberg
Was sich im Publikum abspielte, war ein Metal-Konzert wie aus dem Bilderbuch – in seiner reinsten, ungeschönten Form. Da im Festsaal auf die übliche Barriere und Security vor der Bühne verzichtet wurde, gab es kein Halten mehr: Moshpits, Crowdsurfer und Stagediving galore.
Die Fans enterten regelmäßig die Bühne, um sich im nächsten Moment wieder in die wogende Menge fallen zu lassen. Diese Unmittelbarkeit zwischen Band und Publikum sorgte für eine archaische Energie, die man so nur noch selten in Venues dieser Größe erlebt. Die Band genoss sichtlich die ungefilterte Energie des Berliner Publikums, das jeden Blastbeat und jedes Riff mit purer Hingabe aufsaugte.
Fazit: Ein Abend ohne Kompromisse. Während VADER mit technischer Finesse und massiver Fan-Unterstützung glänzten, bewiesen KATAKLYSM einmal mehr, warum sie seit Jahrzehnten an der Spitze des Genres stehen. Wer gestern nicht schweißgebadet den Festsaal verlassen hat, war nicht wirklich dabei.



