Five Finger Death Punch - American Capitalist Tipp

FFDP Cover

Stil (Spielzeit): Modern Metal (40:08)
Label/Vertrieb (VÖ): Cooperative Music (Universal) (14.10.11)
Bewertung: 8,5 / 10

Five Finger Death Punch Homepage

Eines ist mal auf jeden Fall klar: MACHINE HEAD können mit „Unto The Locust" aufatmen, denn den Preis für das mieseste Cover haben FIVE FINGER DEATH PUNCH mal wieder gewonnen. Wie kann man nur immer so daneben liegen, was das Artwork betrifft? Aber es sei verziehen, wenn die Mucke gut ist. Nachdem die ersten beiden Alben keine Reinfälle waren und wenn man dem aktuellen Tenor der Musikpresse Glauben schenkt, dann kann mit „American Capitalist" eigentlich kaum was schief gehen.

FIVE FINGER DEATH PUNCH laufen unter dem Genre Modern Metal, aber wer sich jetzt auf unkontrollierten Schreigesang und massenweise Breakdowns einstellt... MÖP, falsch! Auch die Karatetänzer, die sich aufgrund des Bandnamens (FIVE FINGER DEATH PUNCH ist ein Karatemove, Kill Bill lässt grüßen) in Kombi mit dem Genre Modern Metal angesprochen fühlen... ebenfalls MÖP, falsch, ihr könnt zu Hause bleiben! FIVE FINGER DEATH PUNCH sind ganz fette, dreckige Riffs und Beats gepaart mit kratzigem Kreischgesang, wie ihn JASTA auf seiner Scheibe „Jasta" gerne gehabt hätte (haha!) und melodiösem Klargesang, wie der VOLBEAT Sänger ihn in seinen wildesten Träumen nicht hinkriegt.

Jetzt hab ich aber mal voll ausgeteilt, oder? Ist aber leider / zum Glück so. FIVE FINGER DEATH PUNCH legen ein Brett hin, dass es nur so eine Freude ist. SOFORT fühlt man sich mit den Songs vertraut und die DERBSTE PRODUKTION, DIE ICH 2011 gehört habe, tut ihr übriges dazu. Ivan Moody liefert auf „American Capitalist" mit Abstand den besten Gesang seit langem ab. Soviel Kraft, Emotionen und Seele habe ich lange nicht mehr gehört. Teilweise blitzen sogar Parallelen zu Eddie Vedder von PEARL JAM auf. Selbst langsame Momente stemmt Ivan Moody ohne Probleme und ohne sein Gesicht zu verlieren bzw. schmalzig zu werden. Im Gegenteil, in diesen Momenten wirkt die Musik einfach nur sexy und noch druckvoller.

FIVE FINGER DEATH PUNCH klingen auf „American Capitalist" wie SLIPKNOT in geregelten Bahnen, teilweise wie RAMMSTEIN schneller abgespielt, sind so fett produziert wie DEATHSTARS es gerne wären und singen so geilen Klargesang wie STONE SOUR es gerne könnten. FIVE FINGER DEATH PUNCH haut dir eine auf die Fresse, um dir gleich danach wieder die helfende Hand zu reichen. Arschtrittriffs wechseln sich mit „Armeausbreit-Mitsing-Parts" ab.

„I hate you and all you stand for" singen FIVE FINGER DEATH PUNCH im letzten Song. Kann ich fast bestätigen "I LOVE FIVE FINGER DEATH PUNCH and all you stand for".

Einen halben Punkt Abzug gibt es für das Cover und einen ganzen Punkt Abzug, weil die Langzeitwirkung noch nicht ausreichend getestet werden konnte, aber für "American Capitalist" kann ich nur meine wärmste Empfehlung aussprechen. Wer hat gesagt, TRIVIUM wären die Zukunft des Metal? Dummschwätzer...

Trackliste:
1.American Capitalist
2.Under and Over It
3.The Pride
4.Coming Down
5.Menace
6.Generation Dead
7.Back for More
8.Remember Everything
9.Wicked Ways
10.If I Fall
11.100 Ways to Hate

FFDPBand