Moonspell - Night Eternal




Stil (Spielzeit): Dark Metal (44:20)
Label/Vertrieb (VÖ): Steamhammer/SPV (16.05.08)
Bewertung: 9/10
Link: http://www.moonspell.com
Bereits mit „The Antidote“ (2003) und „Memorial“ (2006) machten MOONSPELL deutlich, dass sie auch nach ihrer experimentellen Phase noch Bock auf düsteren Metal haben, und die tollen Neuaufnahmen auf dem letztjährigen „Under Satanae“ sorgten für ein weiteres Ausrufezeichen der Portugiesen. Das neunte Studioalbum „Night Eternal“ setzt da an, wo die vorherigen Veröffentlichungen aufgehört haben.

Was zuerst auffällt, ist der enorm druckvolle und differenzierte Sound. Die Arbeit mit Produzent Tue Madsen, der auch schon bei „Under Satanae“ hinter den Reglern saß, hat sich definitiv gelohnt: die Gitarren drücken, lassen aber auch in gezupften, akustischen passagen nicht in ihrer Wirkung nach, die Drums ballern, und dazwischen bleibt genug Platz für Fernando Ribeiros rauen Gesang und wunderschöne Keyboardmelodien.
Mit dem dramatischen „At Tragic Heights“, das mit arabischen Melodien langsam beginnt und dann mächtig Fahrt aufnimmt, und dem drückenden, ekstatischen „Night Eternal“ erwischen die Portugiesen einen Einstand, bei dem sämtlichen Düster-Freaks der Sabber im Mund zusammen laufen wird. Das mächtige, sehr eingängige „Scorpion Flower“ (was für geile Gitarren!) wurde mit dem Gesang von ex-THE GATHERING-Wunderstimme Anneke van Giersbergen veredelt, der einen tollen Kontrast zu Ribeiros dunklem Gesang herstellt (der mir mit seinem südländischen Akzent übrigens sehr gut gefällt). „Moon In Mercury“ und „Spring Of Rage“ klingen wieder extremer und verdammt heavy, während „Dreamless“ ein wunderbares, eher getragenes Gothic-Stück geworden ist.
Die Stimmungen, die auf „Night Eternal“ hervorgerufen, sind genau so vielschichtig und extrem wie die Kompositionen selbst: mal wärmend, mal romantisch, mal bedrohlich und dramatisch.

Düstere Melodien, Brachialität, der Kontrast zwischen sowohl rauem als auch melodischem männlichen und weiblichen Gesang, eine ungemein dichte, magische Atmosphäre und nicht zuletzt die fantastischen Soli und generell die hervorragende Gitarrenarbeit machen „Night Eternal“ zum Pflichtprogramm für Dark Metal-Fans.
Ob MOONSPELL sich mit dieser Scheibe auf ihre alten Stärken zurückbesonnen oder ganz einfach gemerkt haben, dass der Erfolg mit den eher experimentellen Sachen ausbleibt, soll mir gerade mal pupsegal sein, denn „Night Eternal“ hat alles, was ein düsteres, abwechslungsreiches Metalalbum braucht und ist für mich bereits jetzt einer der Höhepunkte 2008.