Triosphere - The Road Less Travelled Tipp

Triosphere_-_The_Road_Less_Travelled

Stil (Spielzeit):
Melodic Power Metal (51:19)
Label/Vertrieb (V.Ö.): AFM Records / Soulfood Music (28.05.2010)
Bewertung: 9/10

Link: http://www.thetriosphere.com
TRIOSPHERE kommen aus Norwegen und wurden von Gitarrist Marcus Silver Bergesen und Sängerin und Bassistin Ida Haukland im Jahre 2004 ins Leben gerufen. Mit ihrem Debüt „Onwards" aus dem Jahr 2006 konnte die Band, zu der neben den beiden Bandgründern aktuell auch noch Drummer Orjan Orgensen und Gitarrist T.O. Byberg gehören, bereits sehr viele positive Reviews einfahren, woraus Europatouren unter anderem mit W.A.S.P., JORN und KAMELOT resultierten. Mit dem Co-Headliner Status beim Schweizer „Metal Inferno Festival" neben THRESHOLD fuhr die Band ihren bis dato größten Erfolg ein.
Dieser soll natürlich möglichst mit dem aktuellen Longplayer „The Road Less Travelled" getoppt werden, für den die Band elf Songs aufgenommen hat. Produziert wurde der Silberling von Tommy Hansen (u.a. HELLOWEEN, JORN, PAGAN'S MIND) in den Jailhouse Studios in Dänemark, der „The Road Less Travelled" mit einem sehr kraftvollen Sound versehen hat, der keine Wünsche mehr überlässt.

Das eher ruhige, verträumt beginnende Intro „Ingnition" führt einen zunächst einmal auf die völlig falsche Fährte, denn TRIOSPHERE sind alles andere als verträumt und ruhig. Das wird einem auch sofort klar, als das Intro in den ersten Titel „Driven" übergeht. Mit einem mächtige Gitarrenriff und einem Doublebassgewitter legen die Norweger los, ohne dabei aber die Melodie aus den Ohren zu verlieren. Idas Stimme ist rauchig und wuchtig und führt den Song ohne Probleme an. Gelegentlich eingesetzte Breaks im zweiten Teil des Songs sorgen für einen guten Groove. Headbanger werden daran ihre wahre Freude haben, denn der Song fordert einen geradezu zum Bangen auf.
Bei „Human Condition" gehen TRIOSPHERE zum ersten Mal vom Gas, legen hier mehr Wert auf Rhythmik als auf Geschwindigkeit, was dem Song einen unglaublichen Groove verleiht. Breaks lockern das ganze Konstrukt immer wieder auf und ersticken eine eventuell einsetzende Monotonie direkt im Keim. Der nächste Track „Death Of Jane Doe" lebt wieder mehr von Idas Stimme, die es perfekt versteht, sich in die jeweiligen Stimmungen der Titel zu versetzen, und je nach Bedarf mehr im Vordergrund oder im Hintergrund arbeitet, und dann den Gitarristen die Bühne und damit die Führung im Song überlässt.

Es folgt mit „Marionette" wieder einer der wenigen ruhigeren Momente, ohne das aber dabei Langeweile aufkommt, denn selbst die Midtempo-Songs haben bei TRIOSPHERE immer noch genug Wucht. Sehr schön ist auch das Gitarrensolo, bei dem die Gitarristen noch einmal etwas Speed rausnehmen und völlig ohne Verzerrungen auskommen. Der Titeltrack „The Road Less Travelled" begeistert nicht weniger, hier wird wieder die Dynamik in den Vordergrund gestellt, wobei man hier auch einmal Drummer Orjan Orgensen erwähnen sollte, der zusammen mit Ida am Bass für ein unglaublichen, punktgenauen und pushenden Rhythmusteppich sorgt. „The Anger And The Silent Remorse" beginnt mit einem Streicher Ensemble, bevor die restlichen Instrumente einsetzen. Der Song ist im Midtempobereich angesiedelt und gleichzeitig der längste Track der Scheibe. Ida singt hier eine Tonlage höher als gewohnt, was sich zunächst ungewohnt anhört, aber im späteren Verlauf wenn der Song mehr Fahrt aufnimmt immer stimmiger wird.
„Watcher" ist dann wieder einer von diesen Stampfern, von denen ich wirklich kaum genug bekommen kann. Stillsitzen ist da fast unmöglich, irgendein Körperteil wippt immer sofort mit.
Aber ihr Pulver in Sachen Geschwindigkeit haben TRIOSPHERE doch noch nicht verschossen, denn mit „21" und „Worlds Apart" kracht es wieder amtlich, bevor man mit dem Outro „The Last Haven" wieder in die Realität zurückgeholt wird. Anspieltipps: Das komplette Album, Intro und Outro mal ausgenommen!

Fazit: Mir persönlich hat „The Road Less Travelled" unglaublich gut gefallen. Hier bekommt man die metallische Vollbedienung, und zwar höchst professionell um die erfreuten Ohren gehauen. TRIOSPHERE haben ein sehr feines Gespür für Arrangements, und mit Ida Haukland eine fantastische Sängerin in ihren Reihen. Wenn es nicht so früh im Jahr wäre, würde ich mich fast schon auf einen Platz unter meinen zehn Lieblingsalben des Jahres festlegen. Female Fronted Metal vom Feinsten, für mich ein Pflichtkauf!