Winterstorm - A Coming Storm

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Stil (Spielzeit): Power/Folk Metal-Mix (42:58)
Label/Vertrieb (VÖ): Finest Noise/Cargo (04.04.11)
Bewertung: 5,5/10
Link: http://winterstormarea.com/

WINTERSTORM wurden 2008 von den ehemaligen CIRCLE OF GRIEF-Musikern Sebastian Albrecht (Drums & Vocals) und Peter Cerveny (Bass) gegründet, nachdem deren Band nach zehn Jahren nicht mehr existierte. Mit Alexander Schirmer (Vocals) und den beiden Gitarristen Armin Haas und Michael Liewald wurde das Lineup der Power Metal-Formation komplettiert. Das Debütalbum "A Coming Storm" steht nun erstmals bundesweit in den Plattenläden, nachdem es eigentlich schon seit Mitte 2010 im Eigenvertrieb zu haben ist.

Das Quartett frönt auf seinem Erstling seiner Vorliebe für Power Metal und Folk und vermischt beide Stile miteinander. Das klappt meistens auch ganz gut, manchmal würde man sich aber wünschen, dass sich WINTERSTORM für die eine oder die andere Richtung entscheiden würden. Denn obwohl zwei Gitarristen mit an Bord sind und die Doppelfußmaschine sehr oft benutzt wird, klingt die "A Coming Storm" nicht wirklich hart. Dafür stehen die Orchestrierungen und Keyboards zu sehr im Vordergrund, außerdem ist die Produktion zu drucklos und lasch für ein Power Metal-Gewitter ausgefallen.

Kommen wir aber zu den Songs: "The Final Rise" ist ein typischer und vorhersehbarer, aber gar nicht mal schlechter Opener, der ein klarer Fall für FREEDOM CALL-Freunde sein dürfte: Doppelläufige Leadgitarren, durchgehende Doublebass-Drums, ein heroischer Refrain und typische Power Metal-Texte. Die MAIDEN-artigen Twin-Gitarren sind in dieser Nummer das bemerkenswerteste. Mit "A Wizard's War" folgt eine von einer Piano-Melodie getragene Midtempo-Nummer, die mit einem schönen Refrain im Ohr hängen bleibt. Mit "Winterheart" werden dann die bereits vorher erahnten Folk-/Viking-Einflüsse sehr deutlich, der Song klingt ein wenig wie SVARTBY im Power Metal-Gewand. Nicht schlecht, aber schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig. "Fortune's Blood" klingt dann wieder klassischer, lässt den Folk aber gerade mit den Gesängen nicht außer Acht. "Battlecry" überrascht nach einem mäßigen Beginn dann mit relativ harten Riffs, die in den Strophen aber wieder vom Keyboard zugekleistert werden. Auch hier sind die typischen Folk-Melodien vorhanden. "Winterhumppa" macht seinem Namen dann alle Ehre, doch obwohl ich Humppa-Trinkliedern in der richtigen Stimmung durchaus nicht abgeneigt bin, passt eine solche Nummer dann doch eher zu finnischen Saufkumpanen. Der Abschluss in Form von "Thirst Of Revenge" stimmt allerdings noch einmal versöhnlich.

Eine Schmonzette wie "Climb The Highest Mountains" wirkt völlig fehl am Platze, denn noch schwülstiger können selbst die zuckersüßesten FREEDOM CALL- oder MANOWAR-Balladen nicht klingen. Überhaupt muss man schon ein Faible für Lalala-Melodien und Kitsch haben, um mit WINTERSTORM klar zu kommen. Wenn man das allerdings hat, könnte man glücklich mit dem Debüt der Franken werden. Einige Songs sind richtig gut, aber durch viel Mittelmaß und das Bedienen aller möglichen Klischees finde ich das Album nur mäßig gelungen. Man kann sich allerdings auch einen deutlich schlechteren Einstand vorstellen.