Crashdiet - Generation Wild Tipp

Crashdiet_-_Generation_Wild

Stil (Spielzeit): Glam/Sleaze Rock (40:22)
Label/Vertrieb (V.Ö.): Frontiers Records / Soulfood Music (23.04.10)
Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.crashdiet.org

Nachdem die Schweden CRASHDIET bereits mit ihrem Debütalbum „Rest In Sleaze" aus dem Jahr 2005 mächtig Eindruck machten und anschließend auch noch zweimal mit einem Sängerwechsel fertig werden mussten, sind sie jetzt mit neuem Sänger und neuem Label zurück, um die Sleaze- und Glam Rock Szene aufzumischen.
Simon Cruz heißt der neue Mann am Mikro, der sich zusammen mit Martin Sweet (guitars), Peter London (bass) und Eric Young (drums) im Studio eingeschlossen und die elf Songs der aktuellen Langrille „Generation Wild" eingespielt hat. Es sei der Band zu wünschen, dass jetzt etwas mehr Kontinuität ins Line Up Einzug hält, und vielleicht mal ein paar mehr Alben in derselben Besetzung eingespielt werden können.

Nach dem Intro legen CRASHDIET mit dem stampfenden „Armaggedon" sofort ordentlich los, und Neu-Sänger Simon Cruz fügt sich sofort perfekt ins Klangbild ein, als wäre er schon immer im Line Up gewesen. Manchmal hat man nach einem Sängerwechsel ja erst einmal Probleme, sich mit einer neuen Stimme im gewohnten Klanbild anzufreunden. Hier entsteht dieses Problem aber glücklicherweise nicht.
„So Alive" wird ebenfalls von der Rhythmussektion der Band enorm nach vorne getrieben und bildet eine solide Grundlage für den Gesang und die Gitarrenspuren. Das alles wäre aber nur halb so viel wert, wenn die Produktion nicht so dermaßen fett und ausgewogen ausgefallen wäre. Für den Mix zeichnete sich Thomas Lindell verantwortlich, dem man dazu nur gratulieren kann.

Hitcharakter hat der Titeltrack „Generation Wild", der auch gleichzeitig als erste Single ausgekoppelt wurde. Mit seinen dröhnenden Motorengeräuschen im Intro lässt das nachfolgende „Rebel" die Lebenseinstellung der damaligen Glamszene aufleben, bevor beim nachfolgenden Midtemposong „Save Her" erstmals der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Der Song lebt neben der ohrwurmmäßigen Melodie im Refrain von der beeindruckenden Gitarrenarbeit von Martin Sweet.
Gut, dass die Jungens danach sofort wieder den Fuß in die Ölwanne drücken, denn mit „Down In The Dust" kommt der schnellste Song des Albums. „Native Nature" beginnt akustisch und verträumt, entwickelt sich aber zum härtesten Song auf „Generation Wild". „Chemical" ist ein traditioneller Rocker, wie man ihn auch von Bands wie MÖTLEY CRÜE, RATT oder POISON in der Vergangenheit schon gehört hat, nur hier soundtechnisch auf dem aktuellsten Stand.
Bei „Bound To Fall" sind dann wieder die schleppenden, treibenden Beats Programm, die es einem schwer machen, ruhig sitzen zu bleiben. Wer jetzt eine der typischen, schnulzigen Balladen der Glamrocker vergangener Zeiten vermisst hat, den muss ich enttäuschen, denn der Schmalztopf bleibt auch beim letzten Song „Beautiful Pain" fest verschlossen. Zwar geht der Song locker als Power Ballade durch, hat aber immer noch genug Wucht, um nicht ins Kitschige abzudriften.

Fazit: Glamrock ist einfach nicht tot zu kriegen, und hätte es auch in der Form, in der sich CRASHDIET präsentieren, nicht verdient. Und es ist gut so, dass es Bands wie CRASHDIET gibt, die diese Fahne weiterhin hochhalten. „Generation Wild" ist alles andere als ein Abgesang sondern ein Album, auf dem sich eine Glamrock Hymne an die andere reiht. Auch der erneute Sängerwechsel scheint die Schweden nicht aus der Bahn zu werfen, und ich freu mich schon verdammt auf die Live-Umsetzung.