Eluveitie - Everything Remains (As It Never Was) Tipp



Stil (Spielzeit): Folk/Pagan Metal (47:09)
Label/Vertrieb (VÖ): Nuclear Blast (15.02.10)
Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.eluveitie.ch
Die acht Schweizer sind fleißig: 2008 gab es das bisher beste Werk "Slania", letztes Jahr folgte mit "Evocation I – The Arcane Dominion" ein rein akustisches Album, dem ELUVEITIE noch einen oder mehrere Nachfolger spendieren wollen, und kein Jahr später ist die Band mit "Everything Remains (As It Never Was)" am Start. Alle, die mit "Evocation I" nicht viel anfangen konnten, können beruhigt aufatmen, denn auf Album Nummer vier gibt es wieder die bekannte Mischung aus Folk und Pagan Metal zu hören. Und die klingt einmal mehr absolut fantastisch.

Frontmann Chrigel Glanzmann und seine sieben Mitstreiter scheinen verdammt gut zu wissen, wie sie ihre Fans beeindrucken können. "Everything Remains (As It Never Was)" klingt trotz Abwechslung und kleiner stilistischer Unterschiede in den Songs wie aus einem Guss und präsentiert dem Hörer eine annähernd perfekte Mischung aus Folkelementen und hartem Metal. Wenn man schon bei "Slania" von ELUVEITIE sagen konnte, dass sie ein wenig nach alten (und guten!) IN FLAMES, gepaart mit akustischen Ausrufezeichen in Form von tollem Geigenspiel, Drehleier etc. klingen, dann kann man das auch für das neueste Werk übernehmen. Trotz aller Härte (die Gitarren braten nämlich sehr ordentlich) vergessen ELUVEITIE nie die Melodien. Das schlägt sich in gelungenen Refrains wie denen von "The Essence Of Ashes", dem Titeltrack mit seinen schönen akustischen Farbtupfern oder dem Hit "Thousandfold" nieder. Dass die Schweizer auch hier wieder das Tempo ein wenig rausnehmen und für eine Verschnaufpause sorgen können, zeigen "Setlon" und das schöne "Isara", nach dem mit dem flotten "Kingdom Come Undone" wieder mächtig Fahrt aufgenommen wird. Letzteres ist zusammen mit dem wunderbaren, hochmelodischen "Quoth The Raven" übrigens eine der beiden Vorzeigehymnen von "Everything Remains (As It Never Was)". Textlich bieten ELUVEITIE dieses Mal übrigens eine Sammlung an gallischen Geschichten, bei der Albumproduktion erhielt das schweizerische Oktett prominente Unterstützung in Form von Tommy Vetterli (Recording), Colin Richardson (Mix) und John Davis (Mastering). Dementsprechend kraftvoll knallen die mal im Midtempo, mal pfeilschnell vorgetragenen Hymnen aus den Boxen.

Es gibt kaum eine vergleichbare Band, die ELUVEITIE auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann. Ich muss zugeben, dass ich nach dem ersten Hören ein wenig enttäuscht war, da sich kein Song so schnell im Ohr festgesetzt hat wie z.B. "Inis Mona" von "Slania". Doch nach weiteren Durchgängen offenbart sich ein Werk, das von vorne bis hinten absolut stimmig ist, sowohl die harten als auch akustischen Passagen formvollendet präsentiert und mit "Lugdunon" sogar eine sehr hörenswerte Überraschung zu bieten hat, due wunderbar melancholisch klingt. Niemand mischt Folk und Melodic Death Metal so überzeugend wie ELUVEITIE!