Within Temptation - An Acoustic Night At The Theatre Tipp



Stil (Spielzeit): Symphonischer Metal im Akustikgewand (54:29)
Label/Vertrieb (VÖ): Sony Music (30.10.09)
Bewertung: 9/10

Link: http://www.within-temptation.com/

Mit ihrer Theater-Tour betraten WITHIN TEMPTATION Ende 2008 völliges Neuland. Wo vorher bombastische, effektreiche Konzerte anstanden, galt es nun, in intimer Atmosphäre und unplugged ausgewählte Songs zu präsentieren. Dass die HolländerInnen nicht an der Umsetzung ihrer symphonischen Metalsongs gescheitert sind, kann man nun auf "An Acoustic Night At The Theater" nachhören.

Das Keyboard gegen einen Konzertflügel ersetzt, mit Violine und Cello verstärkt und mit zwei namhaften Gastsängern unterstützt – so standen (oder saßen) WITHIN TEMPTATION auf holländischen Theaterbühnen. Die Trackliste der Liveaufzeichnung umfasst zum allergrößten Teil Nummern der letzten beiden Alben "The Silent Force" und "The Heart Of Everything", mit "Caged" hat aber auch ein "Mother Earth"-Stück die (vorzügliche) Unplugged-Umsetzung geschafft. Darüber hinaus wurde zum ersten Mal "Towards The End" (auf der "Stand My Ground"-Single enthalten) live gespielt. Die holländische Band meistert die an sich schwierige Transformation sehr gut, einige Songs bieten aus dem Unplugged-Blickwinkel betrachtet nun ganz neue Facetten. Man kann die intime Atmosphäre förmlich spüren, wenn man die magisch anmutenden Versionen von "All I Need", "Memories" oder "Pale" hört. Auch die ursprünglich deutlich rockigeren Songs wie "Stand My Ground", "What Have You Done" (featuring Keith Caputo) oder "Frozen" gewinnen sehr an Tiefe und Dramatik.

Ein besonderer Höhepunkt ist die warme, unvergleichlich schöne Version der Ballade "Somewhere". Als Gastsängerin ist Anneke van Giersbergen dabei, deren Stimme sich perfekt mit der von Sharon den Adel ergänzt. So wird aus der schon regulär beeindruckenden Nummer ein Erlebnis, wenn sich zwei unvergleichliche Stimmen umschmeicheln. Auch die neue Single "Utopia" ist erwähnenswert. Nicht nur, dass WITHIN TEMPTATION mit dem Singer/Songwriter Chris Jones einen tollen Duettpartner für Sharon gefunden haben (Jones klingt wie eine Mischung aus Chad Kroeger und Chris Daughtry), "Utopia" ist auch eine wunderschöne, ansprechend orchestrierte Ballade, die mit ihrem Ohrwurm-Chorus einen perfekten Abschluss für ein spannendes Unplugged-Konzert bildet.

So weit, so fein. Gibt es denn gar keinen Anlass zur Kritik? Nein, das einzige, was mir ein wenig bitter aufstößt, sind die Ein- und Ausblendungen zwischen den Songs, da hätte ich mir fließende Übergänge gewünscht, die man in der heutigen Zeit problemlos hinbekommt. Ansonsten ist WITHIN TEMPTAION eine Live-CD gelungen, die tolle Songs im ansprechenden Akustikgewand präsentiert und teilweise wie ein Filmsoundtrack klingt. Ein wahrlich traumhaftes Album!