Within Temptation - Resist

Within Temptation - Resist
    Symphonic Metal mit stark elektronischem Einschlag

    Label: Universal
    VÖ: 01.02.2019
    Bewertung:7/10

    WITHIN TEMPTATION im Web


Das lang erwartete Comeback der bekanntesten niederländischen Metal-Band: Nach einer fünfjährigen Kreativpause melden sich WITHIN TEMPTATION zurück. Schon die erste Single "The Reckoning" machte dabei überdeutlich, dass das niederländische Symphonic-Kollektiv irgendwie anders klingt.

"Hydra" war eine gelungene Weiterentwicklung des bekannten Symphonic-Sounds und zeigte die Band um Frontlady Sharon Den Adel von ihrer bisher experimentierfreudigsten Seite. Auf "Resist" gehen WITHIN TEMPTATION noch ein Stück weiter und präsentieren sich in einem futuristischen Gewand – nicht nur äußerlich, sondern auch musikalisch.

Die Sängerin verdeutlicht in der Promoinfo den Stellenwert des nunmehr siebten Studiowerkes: "Ohne "Resist" wäre WITHIN TEMPTATION nicht mehr hier. Bei diesem Album haben wir uns von moderner Musik inspirieren lassen und dem Ganzen dann ein eigenes Gesicht gegeben – ein sehr düsteres Gesicht."

WITHIN TEMPTATION entwickeln ihren Sound weiter

Sind WITHIN TEMPTATION jetzt so sehr im Mainstream angekommen, dass sie uns die Modernisierung ihrer Musik als bahnbrechende Neuerfindung verkaufen wollen? Nein. Auch, wenn (ganz) früher noch mehr Growls zu hören und die Songs etwas länger waren, waren die Niederländer nie wirklich komplex oder gar progressiv unterwegs. Bombastisch, opulent und symphonisch, ja. Diese Merkmale finden sich auch auf "Resist" – wenn auch in anderer, nämlich elektronischer Form. Synthies statt Orchester, Effekte statt Bombast, sakrale Chöre: Zurückhaltend ist auch der moderne WITHIN TEMPTATION-Sound nicht.

Davon zeugen Songs wie das schleppende "Endless War" mit epischem Refrain und wunderbaren Vocals, "Supernova", "Trophy Hunter", das opulente "In Vain" oder eben das bereits erwähnte "The Reckoning" mit PAPA ROACH-Fronter Jacoby Shaddix, eine der härtesten, mächtigsten und eingängigsten Nummern, die WITHIN TEMPTATION je aufgenommen haben.

Nicht alle Gäste auf "Resist" überzeugen

Mit "Mercy Mirror" und "Firelight", bei dem Jasper Steverlinck Vocals beisteuert, werden auch zwei elektronisch geprägte Verschnaufpausen eingestreut. "Firelight" wäre von der Stimmung her auch auf einem Soundtrack der "Fifty Shades Of Grey"-Filme gut aufgehoben – und das ist ausdrücklich nicht negativ gemeint!

Im Gegensatz zu Shaddix und Steverlinck verschenkt ein anderer Gast sein Potential völlig. Mehr als ein "Blood for freedom" im Chorus ist für IN FLAMES-Fronter Anders Friden nicht drin. Macht aber nix, denn das abwechslungsreiche "Raise Your Banners" begeistert mit fetten Grooves, tollem Gitarrensolo und einer brillanten Sharon Den Adel, die am Ende mit einer Opern-Einlage verzaubert.

Massiver, poppiger, elektronischer – und gar nicht sooo anders

"Resist" baut über die volle Albumdistanz eine massive Soundwand auf. Stellenweise erinnert der Sound an eine sehr abgeschwächte Form des "Synthesis"-Experiments von EVANESCENCE. Mit Effekten und Spielereien wird nicht gegeizt, der Pop-Faktor ist in einer Nummer wie "Mad World" extrem.

Die zehn neuen Songs sind nicht kompliziert, sondern hymnisch, melodisch, eingängig und kommen auf den Punkt. Sie wirken stellenweise blasser und austauschbarer als auf "Hydra", das seinerseits alleine durch "And We Run" mit Rapper Xzibit die Experimentierfreude ausreizte.

Am Ende ist der angekündigte Neubeginn gar nicht so heftig, wie befürchtet. Der Sound ist deutlich elektronischer und futuristischer. Die Grundzutaten des WITHIN TEMPTATION-Sounds, nämlich Bombast, Melodien und Hooks, bleiben die gleichen. Mit einem offenen Ohr können auch Altfans Freude an Album Nummer sieben haben – selbst, wenn das Songwriting dem des großartigen Vorgängers nicht das Wasser reichen kann.

Trackliste von "Resist":

01. The Reckoning (feat. Jacoby Shaddix)
02. Endless War
03. Raise Your Banner (feat. Anders Fridén)
04. Supernova
05. Holy Ground
06. In Vain
07. Firelight (feat. Jasper Steverlinck)
08. Mad World
09. Mercy Mirror
10. Trophy Hunter

WITHIN TEMPTATION sind:

Sharon den Adel - Vocals
Robert Westerholt - Guitars, Vocals, Growls
Ruud Adrianus Jolie - Guitars
Jeroen van Veen - Bass
Martijn Spierenburg - Keyboard
Mike Coolen - Drums
Stefan Helleblad - Guitars