Sonata Arctica - The Days Of Grays



Stil (Spielzeit): Symphonic/Melodic Metal (59:20)
Label/Vertrieb (VÖ): Nuclear Blast (18.09.09)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.sonataarctica.info

Für das ungewöhnlich progressive und schwer zugängliche “Unia” mussten SONATA ARCTICA teils heftigen Prügel einstecken, jetzt sind die Finnen mit dem Nachfolger “The Days Of Grays” zurück. Das neue Album ist das, was „Unia“ eigentlich hätte werden sollen: Eine gut ausgewogene Mischung aus traditionellen Stärken und neuen Elementen.

Eingeleitet wird die neue CD von dem bombastischen Instrumental „Everything Fades To Gray“, das einen hervorragenden Einstieg bildet. Es taucht auch als letzter Track nochmals auf, dort aber als erweiterte Version und mit Gesang. Mir persönlich gefällt das symphonische Intro besser als der „richtige“ Song, das dürfte aber Geschmackssache sein. Mit „Deathaura“ kommt gleich zu Beginn der acht Minuten längste und komplexeste Song zum Zuge. SONATA ARCTICA schielen ein wenig auf NIGHTWISHs „Dark Passion Play“, „Deathaura“ ist aber trotzdem eigenständig. Mit wunderschönen Melodien und Bombast sowie weiblichen Gastvocals versöhnt der Track bereits beim ersten Hören alle von „Unia“ enttäuschten Altfans. Was für ein Meisterstück (besonders die Passage ab 3:46 ist einfach göttlich)! Weiter geht’s mit „The Last Amazing Grays“, das die SONATA RACTICA-typische Eingängigkeit bietet, die man auf dem Vorgänger vermisst hat. In den Strophen spielen das Piano und Tony Kakkos Gesang die tragende Rolle, bevor ein fabulöser Refrain die Sonne aufgehen lässt. Ab der dritten Minute wird es dann ganz SONATA ARCTICA-klassisch, einfach klasse! „Flag In The Ground“ ist eine faustdicke Überraschung, denn es ist genau das, was die Finnen eigentlich nicht mehr machen wollten: Ein flotter Doublebass-Kracher mit einem erneut ganz starken Chorus, den man nicht wieder aus den Ohren bekommt.

So genial der Einstieg in „The Days Of Grays“ auch ist, das Niveau kann leider nicht gehalten werden. „Zeroes“ ist extrem gewöhnungsbedürftig und modern angehaucht, „Breathing“ und „As If The World Wasn’t Ending“ immerhin zwei ganz nette, in letzterem Fall melancholische Ballade(n) und „Juliet“ und „No Dream Can Heal A Broken Heart“ (mit Barock-Beginn) zwei hörenswerte Nummern, die den alten SONATA ARCTICA-Stil mit neuen progressiven Elementen verbinden.

Ein bärenstarker Anfang, ein paar mittelmäßige Momente, der Rest gut bis sehr gut: „The Days Of Grays“ ist schlechter als erhofft, aber besser als erwartet. SONATA RACTICA haben sich wieder auf ihre Stärken besonnen und dabei ihre starken Melodien nicht vergessen. Die Erstauflage kommt übrigens mit einer Bonus-CD, auf der Orchester-Versionen einiger Songs enthalten sind. Für Fans der Finnen ein Pflichtkauf.