Thin Lizzy - Still Dangerous / Live At The Tower Theatre 1977


thin_lizzy_-_still_dangerous

Stil (Spielzeit): Hard Rock (47:17)
Label/Vertrieb (V.Ö.): Proper Music / Rough Trade (06.03.09)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.thin-lizzy.info  
Viele, viele grandiose Livealben hat es in der Geschichte des Hard Rock schon gegeben. Eines davon ist unumstritten „Live & Dangerous" von THIN LIZZY, auch wenn an dieser Scheibe sehr viel im Studio nachbearbeitet wurde, zeigt sie immer noch eindrucksvoll, welche Energien bei einem THIN LIZZY Gig freigesetzt werden können. Das Album hat schon gute 30 Jahre auf dem Buckel, gehört aber immer noch zu den meistgespielten Scheiben in meiner nicht gerade kleinen Sammlung.

Mit „Still Dangerous" wurde jetzt ein weiteres Tondokument von der derselben Tour aus dem Jahre 1977 veröffentlicht, und diesmal war kein Geringerer als Gitarrist Scott Gorham maßgeblich an dem Release beteiligt. Neben Scott gehörten auf dieser Tour noch Brian Robertson, Brian Downey und natürlich Phil Lynott himself zum Line Up, und aufgenommen wurden die zehn Tracks im Tower Theatre in Philadelphia.
Da auf „Live & Dangerous" bereits 17 Songs verbraten wurden, ist es natürlich unvermeidbar gewesen, dass die meisten Titel auf beiden Veröffentlichungen vertreten sind. Trotzdem bleiben mit „Me And The Boys", „Baby Drive Me Crazy", "Opium Trail" und einer megagenialen Version von "Soldier Of Fortune" immer noch vier Songs übrig, die nicht für „Live & Dangerous" ausgewählt wurden.

Die Soundqualität ist überraschend gut und druckvoll, und wenn man einem Interview von Scott Gorham Glauben schenken darf, wurde an den Tracks an sich rein gar nichts verändert. Keine Overdubs, keine Parts die nachträglich neu eingespielt wurden, nur der Mix wurde auf aktuellen Standard aufgepeppt, was man auch im Vergleich der beiden Livealben deutlich hören kann. Für diesen Mix war übrigens Glyn Johns verantwortlich, der es geschafft hat, den Charme eines THIN LIZZY Gigs in die Gegenwart zu transportieren, ohne dabei unterwegs etwas liegen zu lassen.
Für mich als THIN LIZZY Fan ist dieses Album natürlich ein Pflichtkauf, und meiner Meinung nach auch ein durchaus lohnender. Allerdings muss ich bei aller Liebe zu dieser Band auch bemerken, dass all die Fans, die „Live & Dangerous" bereits in ihrer Sammlung haben, und nicht unbedingt Wert auf 100%ige Vollständigkeit legen, „Still Dangerous" auch gerne überspringen können. Für eine ehrliche Kaufempfehlung sind einfach zu viele Tracks, auch wenn es alles Klassiker sind, doppelt vertreten.

Die Hard THIN LIZZY Fans kommen aber an „Still Dangerous" auf keinen Fall vorbei, denn alleine der megastarke Opener „Soldier Of Fortune", den ich bisher noch nie so gut in einer Liveversion gehört habe, und das absolut selten Live gespielte „Me And The Boys" sind jeden Cent Wert. Klassiker wie „Jailbreak", „Cowboy Song", „The Boys Are Back In Town" oder auch „Don't Believe A Word" lassen zumindest mir immer wieder einen Schauer über den Rücken jagen, und darüber sinnieren, was dieser geniale Songwriter Phil Lynott uns noch alles für Songs hätte schenken können, wenn er nicht viel zu früh gestorben wäre.
Anbei noch die Tracklist, so dass sich jeder selber entscheiden kann, ob er „Still Dangerous" seiner Sammlung hinzufügen möchte.

Tracklist:
#01 - Soldier Of Fortune
#02 - Jailbreak
#03 - Cowboy Song
#04 - The Boys Are Back In Town
#05 - Dancing In The Moonlight
#06 - Massacre
#07 - Opium Trail
#08 - Don't Believe A Word
#09 - Baby Drive Me Crazy
#10 - Me And The Boys