Primal Fear - Live In The USA



Stil (Spielzeit): Heavy/Power Metal (70:06)
Label/Vertrieb (VÖ): Frontiers Records (04.06.10)
Bewertung: Keine Bewertung

Link: http://www.primalfear.de
PRIMAL FEAR sind trotz einiger nicht ganz so praller Scheiben eine absolute Institution im deutschen Metalsektor. Kein Wunder, sind doch mit Ralf Scheepers, der ganz früher bei GAMMA RAY gesungen hat und SINNER-Boss Mat Sinner zwei Musiker dabei, die über Jahrzehnte lange Erfahrung verfügen. Nach dem letzten Studioalbum "16.6. (Before The Devil Knows You're Dead)" haben sich die Deutschen dazu entschlossen, eine Live-DVD und –CD auf den Markt zu bringen. Während die DVD Mitschnitte von der ganzen Welt enthält, wurden für die CD nur Songs ausgewählt, die in Los Angeles, Atlanta und New York aufgenommen wurden. Deshalb also der Titel "Live In The USA".

Mit einer Spielzeit von 70 Minuten hat die Band die Kapazität der CD gut ausgenutzt, da gibt es nichts zu meckern. Auch am Livesound nicht, der ist knackig und transportiert das Konzertfeeling perfekt ins Wohnzimmer. Daran, dass PRIMAL FEAR absolute Profis sind, besteht kein Zweifel. Das beweist auch "Live In The USA", auf der die Musiker ihr Bestes geben und auch Scheepers, der ja mal als Halford-Nachfolger bei JUDAS PRIEST im Gespräch war, zum allergrößten Teil ausnahmslos überzeugen kann. Manchmal schleichen sich ein paar ganz leichte Wackler in den Gesang bzw. die Screams ein, aber das ist nun wirklich meckern auf hohem Niveau, denn Scheepers ist und bleibt ein Ausnahmesänger. Allerdings hätte man an dem Gesangsmix noch ein wenig feilen können, wie beispielsweise zu Beginn von "Metal Is Forever" zu erkennen ist. Da die aufgenommenen Gigs im Zuge der Tour zum letzten Album aufgenommen wurden, gibt's logischerweise einige Tracks von "16.6" zu hören, darunter "Killbound", "Under The Radar" und das famose "Riding The Eagle". Auch die wunderbare Ballade "Hands Of Time" hat es in die Setlist geschafft. Besonders gelungen interpretiert sind Kracher wie "Nuclear Fire", "Angel In Black" und mein Alltime-Favorit "Final Embrace", das nach wie vor den perfekten PRIMAL FEAR-Song darstellt. Generell konzentrieren sich die Deutschen jedoch ein wenig zu sehr auf das neue Material und lassen "Jaws Of Death", "Nuclear Fire" und "Black Sun" jeweils nur mit einem Song zum Zuge kommen. "Seven Seals" wird sogar komplett ausgeklammert. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich hätte mir eine etwas ausgewogenere Setlist gewünscht. Wie dem auch sei, an Power und grandiosen Power Metal-Hymnen mangelt es auf "Live In The USA" nicht.

Die erste Livescheibe der Bandgeschichte macht trotz des etwas leisen Publikums ziemlich viel Spaß und sollte ein gefundenes Fressen für alle PRIMAL FEAR-Maniacs sein, die auch mal über die Anlage hören wollen, was für eine kraftvolle Livetruppe ihre Vorbilder sind. Klare Empfehlung für Fans und die, die es noch werden wollen.