Primal Fear - New Religion




Stil (Spielzeit): Heavy Metal (54:00)

Label/Vertrieb (VÖ): Frontiers Records / Soulfood Music (21.09.07)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.primalfear.de

PRIMAL FEAR haben sich nicht unverdient in den letzten Jahren an die Spitze der deutschen und auch internationalen Heavy Metal Szene gespielt. Mit den letzten beiden Alben „Devil’s Ground“ und „Seven Seals“ konnte die Band, die 1997 von Bassist Mat Sinner und Ex-Gammy Ray Shouter Ralf Scheepers gegründet wurde, mächtig punkten. 
Was 1998 mit dem selbstbetitelten Debüt, welches auf Anhieb Platz 48 der deutschen Charts erreichte begann, 1999 mit „Jaws Of Death“ und Platz 49 der Charts weitergeführt wurde, und in den sehr erfolgreichen nächsten drei Studioveröffentlichungen ( „Nuclear Fire“, Devil’s Ground“ und „Seven Seals“) seinen Höhepunkt fand, versuchen PRIMAL FEAR nun mit „New Religion“ ein weiteres mal zu toppen. 

Mit Henny Wolter kehrte ein ehemaliger Gitarrist zurück in den Schoß der Band, nachdem er zuletzt mit Mat Sinner auf dessen Solotour mit SINNER zum Einsatz kam. 
Zu diesem Zeitpunkt hatte Stefan Leibing unter Mithilfe des ALLAN/LANDE Gitarristen Magnus Karlsson bereits die meisten Gitarrenspuren eingespielt, und so konnte Henny nur einige Parts einspielen. Zu einer weiteren Premiere kam es auf „New Religion“, da Ralf Scheepers zum ersten Mal ein Duett für PRIMAL FEAR einsang, und zwar mit EPICA Frontfrau Simone Simons. 

Insgesamt starten elf Tracks den Versuch, den Erfolg von „Seven Seals“ zu übertreffen. Und um ganz ehrlich zu sein, es hat den Ein oder Anderen Durchlauf gebraucht, bis „New Religion“ wirklich richtig bei mir angekommen ist. 
Denn das Album ist schon anders als zum Beispiel „Seven Seals“. Es ist zwar unverkennbar PRIMAL FEAR, aber irgendwie von den Songstrukturen her teilweise wesentlich komplexer, und nicht mehr so leicht zugänglich wie noch die Vorgänger Alben. Aber es sind auch die PRIMAL FEAR typischen Headbanger auf dem Album, wie zum Beispiel der Opener „Sign Of Fear“, der brachial und mächtig und mit einem überragendem Ralf Scheepers aus den Boxen knallt. 
Bei „Face The Emtiness“ kommt dann mit seinem orchestralem Intro und der tollen Melodielinie das typische PRIMAL FEAR Feeling auf, und langsam beginnt man sich mit dem Album wirklich wohl zu fühlen. 
Das folgende Duett „Everytime It Rains“, bei dem der weiblichen Gesangspart von EPICA Frontfrau Simone Simons übernommen wird, und der zu Beginn sehr orientalisch rüberkommt, steht die Atmosphäre absolut im Vordergrund. Die klare Stimme von Simone und die kraftvollen Vocals von Ralf ergänzen sich unerwartet gut, was diesen Song zu einer der Überraschungen auf dem Album macht. 

Der Titeltrack „New Religion“ könnte in der Form auch ohne Umwege auf jedes JUDAS PRIEST Album passen. Nur im Refrain hört man alleine schon wegen der Melodieführung dann eindeutig wieder PRIMAL FEAR heraus. Die nächste Überraschung ist das in drei Parts aufgeteilte Drama „Fighting The Darkness“, wobei der eigentliche, schleppende Hauptpart noch von den Instrumental „The Darkness“ und dem Abschluss „Reprise“ gefolgt und unterstützt wird. 
„Blood On Your Hands“ ist dann wieder eine Nummer, die einfach nur nach vorne geht. Hart, schnell und ohne Kompromisse, wobei die Effekte, die im Refrain auf die Vocals gelegt wurden, doch ein wenig ungewohnt klingen. 
Mit dem stampfenden, sehr melodiösen „The Curse Of Sharon“ geht es in gewohnter Manier weiter. Kein Zweifel, das ist PRIMAL FEAR. 

Ebenso sieht es mit „Too Much Time“ aus, dass einem Doublebassgewitter gleichkommt, aber alle PRIMAL FEAR Trademarks in sich vereint. „Psycho“ gefällt mit seinen abgehackten Gitarrenriffs und wummernden Bässen, wobei sich der Gesang hier auch tatsächlich dem Titel anpasst, und zumindest im Refrain ziemlich „Psycho“ klingt, was genauso für das Gitarrensolo gilt. 
Alle Fans von Songs der Marke „Nuclear Fire“ werden sich über „World On Fire“ freuen, denn dieser Song könnte auch auf eben diesem Album vertreten sein. Neben der eingängigen Melodie und dem Rhythmus eines Uhrwerks ist dieser Track auch noch mit einem Hammer Gitarrensolo versehen. 
Den Abschluss dieses Albums bildet die über sechs Minuten lange Powerballade „The Man (That I Don’t Know)“, bei der man eigentlich gar nicht genau weiß, wer hier jetzt die besser Perfomance abliefert, Ralf oder die Instrumentenfraktion. Ist auch im Endeffekt egal, denn der Song ist einfach nur der Hammer, und zählt für mich jetzt schon zu den absoluten Highlight aller PRIMAL FEAR Alben. 

Auf der Limited Edition werden als Bonus neben den Tracks noch zwei Videoclips von den Songs „Sign Of Fear“ und „Fighting The Darkness“ zu finden sein. 

Fazit: Obwohl es ein typisches PRIMAL FEAR Album ist, sind doch einige Überraschungen auf dem Album zu finden. Man hört deutlich, dass die Band kein zweites „Seven Seals“ aufnehmen, sondern sich erneut weiter bewegen wollte, um nicht auf der Stelle zu treten. Das ist ihnen gelungen, obwohl ich persönlich nicht beim ersten Durchlauf in das Album gefunden habe, sondern den einen oder anderen Run mehr gebraucht habe. 
Wenn das Album dann einmal gezündet hat, dann aber umso heftiger.