Nightwish - Dark Passion Play


Nightwish Review
Stil (Spielzeit): bombastischer Heavy Metal (75:47)
Label/Vertrieb (VÖ): Nuclear Blast/Warner (28.09.07)
Bewertung: 10/10


Link: http://www.nightwish.com

Unzählige NIGHTWISH-Jünger werden dem 28.09.07 entgegenfiebern, an dem endlich das neue, langerwartete Werk “Dark Passion Play” erscheint.
Nach den Turbulenzen um den Rausschmiss von Tarja Turunen komponierte Bandkopf Tuomas Holopainen 13 neue Songs und stellte vor einigen Monaten die neue Sängerin Anette Olzen vor, deren Stimme sich natürlich von Tarjas opernhaften Vocals unterscheidet. Erste Eindrücke konnten die NIGHTWISH-Anhänger mit der Download-Single „Eva“, einer wunderschöne Ballade, und dem ebenfalls vorab ausgekoppelten „Amaranth“ gewinnen.

Nicht nur bei diesen beiden Songs, sondern auch im gesamten Albumkonzept funktioniert Olzens mal kraftvolle, mal zerbrechliche Stimme absolut hervorragend.
NIGHTWISH haben nichts von ihrer Magie verloren, im Gegenteil: Auf „Dark Passion Play“ geht die Band noch einen Schritt weiter als beim Vorgänger „Once“. Die Grundausrichtung ist beibehalten worden, aber schon der zwölfminütige Opener „The Poet And The Pendulum“ zeigt, dass das neue Werk von allem ein wenig mehr bietet: mehr majestätische Melodien, mehr ruhige Momente, mehr harte Passagen, mehr Abwechslung, mehr Epik und Dramatik. Das harte „Bye Bye Beautiful“ erinnert ein wenig an „Wish I Had An Angel“ und besticht durch eine tolle, tanzbare Melodie, „Master Passion Greed“ dürfte der bis dato härteste NIGHTWISH-Song sein, „Cadence Of Her Last Breath“ besitzt genau wie „Amaranth“ einen absolut unwiderstehlichen Refrain, und „Sahara“ und das etwas düsterere „Whoever Brings The Night“ wissen ebenfalls restlos zu überzeugen. Nach dem in den Strophen ungewohnt poppigen, den Ohren schmeichelnden, hochmelodischen und melancholischen „For The Heart I Once Had“ folgt der überraschendste Teil des Albums: Die letzten vier Songs enthalten keltisch-folkige Einflüsse, die wunderbar zu den tollen Songs passen. So ist das hauptsächlich von Marco gesungene „The Islander“ eine ungewöhnliche, aber unglaublich intensive Ballade und „Last Of The Wilds“ ein fantastisches Instrumental. Es folgt das epische, getragenere, dunkle „7 Days To The Wolves“, bevor das sehnsuchtsvolle, traurige „Meadows Of Heaven“ ein unglaublich faszinierendes Album abschließt.

Anette Olzen lässt den Hörer ihre Vorgängerin völlig vergessen, man hört dem perfekt klingenden Album seine hohen Produktionskosten (inklusive der Verpflichtung von Pip Williams und Musikern des London Symphony Orchestras) an, und die Instrumentalfraktion ist wie erwartet ebenfalls über jeden Zweifel erhaben.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die 76 Minuten an Musik auf „Dark Passion Play“ sind das bezauberndste, majestätischste, melodischste, abwechslungsreichste, ausgewogenste und schönste Material, das man sich von einer Band dieses Kalibers überhaupt nur wünschen kann!