Pink Floyd - London 1966/1967


Review


Stil (Spielzeit): Experimental-Rock (27:36)
Label/Vertrieb (VÖ): Snapper/SPV (07.01.06)
Bewertung: Interessantes Dokument, aber nicht mehr (5,5/10)
Link: www.pinkfloyd.com
Dem gemeinen Anhänger der Progveteranen PINK FLOYD läuft heutzutage normalerweise bei jeder Neu-, Wieder-, oder Sonstwie-Veröffentlichung seiner Lieblinge das Wasser im Munde zusammen, erwartet er doch experimentelle Klangkaskaden aus der Frühphase bis zur legendären „Dark Side Of The Moon“, emotionale Meisterwerke der Bombast-Ära der Marke „The Wall“ oder atmosphärisch dichte Synthesizer-Spielereien der Zeit nach Roger Waters’ Ausstieg. Einen besonderen Stellenwert in der Discographie jedoch haben nach wie vor die von den einzigartigen Fähigkeiten Sid Barrets geprägten Werke der Vor-Gilmour-Epoche inne – meist zu Recht, doch letztlich haben auch Götter gelegentlich schwächere Momente:
Die unter dem Titel „London 1966/1967“ bereits als DVD veröffentlichten Aufnahmen von Interstellar Overdrive und Nick’s Boogie nämlich, angeblich die ersten Aufnahmen des Vierers überhaupt, können allenfalls Komplettisten zum Zücken des Portemonnaies bewegen – zu weit war man noch von kreativen Höhenflügen wie „Meddle“ oder „Saucerful Of Secrets“ entfernt. Dabei werden Connaisseure an beiden enthaltenen Stücken trotz Allem durchaus ihren Spaß haben, Sammler an der geschmackvollen Aufmachung, und Historiker an den CD-ROM-Parts der CD, unter denen sich diverse Interview-Snippets sowie der komplette Interstellar Overdrive-Film befinden. Rausgeschmissenenes Geld sieht anders aus, dafür ist das Niveau auch und gerade der frühen Pink Floyd einfach zu hoch, doch Fans der mittleren Siebziger und Achtziger mögen sich anderweitig umsehen, zu groß wäre wohl die Enttäuschung ob der falschen Erwartungen.
Eine Kaufempfehlung kann ergo nur den Besitzern – und Kennern – aller entscheidenden Werke von PINK FLOYD ausgesprochen werden, und Einsteigern sei zunächst die Anschaffung der oben genannten „Standards“ nahe gelegt.
Man beachte diesbezüglich auch die auf BurnYourEars erschienene DVD-Rezension von Thorsten.

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