Alle Reviews in der Übersicht
Aktuelle Reviews
Hier schreiben wir unsere Meinung zu den Veröffentlichungen der letzten Zeit. Eine Empfehlung der Redaktion gibt's ab 8 Punkten, die entsprechenden Artikel sind in der Regel mit dem Hinweis "Tipp" versehen.
Helloween - Giants & Monsters Tipp
Das deutsche Metal-Urgestein HELLOWEEN ist wohl das Paradebeispiel dafür, wie man aktuelle und alte Bandmitglieder als erweiteres Line-up unter einen Hut bekommt und sich gegenseitig kreativ befruchtet. Nach dem 2021 erschienenen Reunion-Album "Helloween" und zahlreichen Konzerten bringt die siebenköpfige Truppe mit "Giants & Monsters" einen weiteren Longplayer heraus, der unter Beweis stellt, wie prächtig die einzelnen Charaktere miteinander harmonieren.
Halestorm - Everest
Für ihr sechstes Studioalbum sind die Modern/Alternative Rocker rund um Frontfrau Lzzy Hale einen ungewöhnlichen Weg gegangen: sämtliche Songs wurden von HALESTORM im Studio geschrieben, alle zuvor erdachten Ideen wurden von Produzent Dave Cobb verworfen. Das Ergebnis: ein überraschend düsteres Album, das mit dynamischen Rocksongs und einfühlsamen Halbballaden punktet.
Ba'al - The Fine Line Between Heaven And Here
BA'AL geben auf ihrem neuen Album "The Fine Line Between Heaven And Here" eine Vollbedienung der Post-Metal-Elemente: heftige Screams, brutale Growls. Breakdowns mit bedrohlichen Tremolo-Gitarren. Endlose Steigerungen. Plötzliche Brüche. Epische Leads über Double-Bass-Geratter. Liebliche Melodien. Ruhige Clean-Parts, die jäh von Feedbacks und Blasts beendet werden. Und das alles auf 10, 12, 14 Minuten Songlänge.
Randy Blythe: Just Beyond The Light - Making Peace With The Wars Inside Our Head
Dass der Lyriker hinter Zeilen wie this is a motherfucking invitation im größten Hit "Redneck" tatsächlich unter die Literaten gehen würde, war zum Zeitpunkt ihres Erscheinens nicht unbedingt absehbar. Möglicherweise auch, weil sich besagter Verfasser zum fraglichen Zeitpunkt in einem Zustand des schweren Alkoholismus mit allen dazugehörigen gesundheitlichen und sozialen Folgen befand.
Bush - I Beat Loneliness
Der Titel von BUSHs zehntem Album kündigt bereits die Richtung an: nachdenklich, introspektiv, menschlich. Gavin Rossdale formuliert es in einem Interview mit der australischen „Today" so: Es gehe darum zu zeigen, dass wir alle verletzlich sind, dass das Leben in der modernen Welt ein permanenter Kampf sei – und dass wir Kraft finden, indem wir uns miteinander verbinden. „I Beat Loneliness" soll den Menschen das Gefühl geben, nicht allein zu sein.
Alien Weaponry - Te Rā Tipp
Mit "Te Rā" legen ALIEN WEAPONRY ihr drittes Studioalbum vor – und dass ist nicht ohne. Ein ebenso kraftvolles wie vielschichtiges Werk, das sich tief in die Geschichte, Mythologie und Identität ihrer Māori-Wurzeln eingräbt, aber auch GOJIRA-eske ökologische Themen behandelt, Gesellschaft kritisiert und sich mit emotionalen und persönlichen Themen auseinandersetzt. 11 Songs, davon drei bereits vorab als Singles veröffentlicht, bilden hier ein musikalisches Statement, dass genauso groovt wie es provoziert – und dabei weit mehr ist als nur der nächste Schritt auf der Karriereleiter.
Dragonsclaw - Moving Target Tipp
Ab und zu gibt es sie, diese kleinen Perlen im 80er-geprägten Melodic Metal, denen aller Voraussicht nach keine übermäßige Popularität zuteil werden wird – die allerdings viel zu gut sind, um nicht gehört zu werden! „Moving Target“, der dritte Output von DRAGONSCLAW, ist eine solche Scheibe – nicht perfekt, doch gesegnet mit einer Handvoll Melodien, für die andere Bands vermutlich einen Pakt mit dem Teufel eingehen würden.
Bruce Dickinson - More Balls To Picasso (Re-Release) Tipp
Das erste "richtige" Soloalbum von IRON-MAIDEN-Sirene Bruce Dickinson wird als "More Balls To Picasso" in einer überarbeiteten Version wiederveröffentlicht. Der Output von 1994 flog für mich insbesondere wegen der formidablen Longplayer "Accident Of Birth" (1997) und "The Chemical Wedding" (1998) stets unter dem Radar – dabei machen die zehn Tracks durchaus Laune, insbesondere als aufgefrischte "Reimagined"-Versionen.
Saltatio Mortis - Weltenwanderer: Von Träumen und Krawall (3CD)
50 Songs aus 25 Jahren, aufgeteilt auf die fünf Welten Jotunheim, Midgard, Vanaheim, Asgard und Muspelheim, gesammelt während einer fünfwöchigen Fan-Abstimmung und verteilt auf drei CDs bzw. fünf LPs: Das sind die Eckpunkte der neuen SALTATIO-MORTIS-Kollektion "Weltenwanderer: Von Träumen und Krawall".
Diamond Head - Live And Electric Tipp
Im Jahr 2022 war das britische Metal-Urgestein DIAMOND HEAD gemeinsam mit SAXON, einem weiteren legendären Vertreter des Genres, auf Tour durch Großbritannien. Drei Jahre später erscheint mit dem simpel betitelten "Live And Electric" ein 60-minütiger Live-Rückblick ganz nach meinem Geschmack: roh, rotzig, ehrlich und echt.
Motörhead - The Manticore Tapes
Auch fast zehn Jahre nach Lemmys Tod werfen die MOTÖRHEAD-Archive in (un)schöner Regelmäßigkeit immer wieder Neues ab. Den 50. Bandgeburtstag feiern die Nachlassverwalter mit den bisher unveröffentlichten "The Manticore Tapes", welche die ganz frühen Tage der Band beleuchten.
Nighthawk - Six Three O Tipp
Dieses Album ist ein Grower. Hatte ich nach den ersten Durchläufen noch gedacht, „Da wär´ mehr drin gewesen!“, musste ich dieses Urteil schnell revidieren. NIGHTHAWK bieten auf ihrem vierten Output Classic Rock in Reinkultur. Und welcher Sänger wäre besser dafür geschaffen als Björn Strid, Frontmann von THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA?
Red Mess - Hi-Tech Starvation Tipp
Drei Jahre nach „Breathtaker“ melden sich RED MESS zurück – mit neuem Label, neuer Platte und einer ordentlichen Ladung Fuzz im Gepäck. Das brasilianische Trio, das sich 2013 in Londrina gegründet hat, ist mittlerweile in Berlin gelandet und veröffentlicht seine neue Platte „Hi-Tech Starvation“ beim Berliner Label Noisolution. Und man merkt sofort: Hier ist eine Band am Werk, die sich auf der Bühne genauso wohlfühlt wie im Proberaum.
Hadean - Origins
Es beginnt mit leisen Beckenschlägen und Percussions, die Gitarren spielen eine leichte Melodie in einem Klangraum voller Hall und Atmosphäre, dann schiebt das Schlagzeug mächtig groovend los, die Gitarren klingen drängender und münden ins Eröffnungsriff des fulminanten Openers „Ruins Of Time“. Spätestens wenn der kraftvolle, melodische Gesang einsetzt, steht fest: Fans von Warrel Dane und NEVERMORE könnten mit dieser Platte ihre Freude haben!
Miss Mellow - Dancing Through The Earth
Es erfreut doch wirklich jedes Mal, von bekannten Gesichtern neue Veröffentlichungen auf dem Tisch liegen zu haben. Vor zwei Jahren durch ihr selbstbetiteltes Album kennengelernt, entführen mich MISS MELLOW nun in noch viel weitere Sphären mit ihrer neuen Platte „Dancing Through The Earth“.
Warfield - With The Old Breed Tipp
Während ich noch nicht recht wusste, was ich vom neuen SODOM-Album halten soll, lief mir was anderes über den Weg. Wer jede rostige Saite des deutschen Undergrounds kennt, mag jetzt kopfschüttelnd nach links wischen. Alle anderen machen sich bitte bereit für den geilsten Tipp des Jahres und bedanken sich später.